16.10.2017

The Fed in the changing room

13.10.2017

Vertrauensverlust durch Bargeldabschaffung

06.10.2017

Nachlese zur Bundestagswahl: Der Aufstand der verlassenen Mündel

18.08.2017

Deutsche Sparer unter Zugzwang

14.08.2017

FvS Vermögenspreisindex Q2-2017: Neues Allzeithoch

14.07.2017

A plan C for the euro

12.06.2017

Monte dei Paschi is only the tip of the iceberg

15.05.2017

FvS Vermögenspreisindex Q1-2017: Vermögenspreise steigen ungebremst

12.05.2017

Free and fair US trade?

10.05.2017

Asset Prices to Recover in Southern Europe but Italy

15.02.2017

FvS Vermögenspreisindex Q4 2016

14.02.2017

Integristen und Identitäre

14.02.2017

It’s the WACC, stupid!

06.02.2017

Trump´s protectionist ambitions under the microscope

01.12.2016

Italien am Scheideweg

01.12.2016

The Disparity of Wealth Prices across the Euro Area - Flossbach von Storch Wealth Price Series

25.11.2016

Trump: Pro und Contra

25.11.2016

Warum die Volkswirte vor lauter Wald die Bäume nicht sehen

15.11.2016

FvS Vermögenspreisindex Q3-2016: Vermögenspreise auf Jahreshoch

09.11.2016

Donald Trump wird Präsident der USA

28.10.2016

Non-performing loans in the euro periphery were not built in a day

26.09.2016

Portugal auf der Kippe

15.09.2016

Data dependency oder market dependency?

15.09.2016

Modernisierung in der Volksrepublik China

26.08.2016

Niedrigzinspolitik treibt Aktienrisikoprämien

15.08.2016

FvS Vermögenspreisindex Q2-2016: Immobilienpreise auf Rekordhoch

13.07.2016

Eurobruchstelle Italien

24.06.2016

Be Leave in Europe? - Doch durch den Brexit geht die Welt nicht unter. Die Zukunft ist offen.

09.06.2016

Wealth prices across Euroland on the rise

07.06.2016

The New Fragile

20.05.2016

FvS Vermögenspreisindex Q1-2016: Immobilienpreise steigen, Finanzwerte fallen

29.04.2016

An Empirical Assessment of Global Capital Productivity

18.04.2016

Three fallacies on money and inflation

18.04.2016

Vermögenspreisinflation und die Entwicklung des Vermögens deutscher Haushalte

16.03.2016

From Zirp, Nirp, QE, and helicopter money to a better monetary system

16.03.2016

China's fight against economic gravity

24.02.2016

Bankenkrise 2.0

22.02.2016

Das Rekordjahr der Vermögenspreise

17.02.2016

Credit booms and the “productivity puzzle”

14.12.2015

M&A waves, capital investment and Tobin’s q

14.12.2015

Wealth prices in Euroland: North-south divide continues

07.12.2015

ECB signals and market reactions

03.11.2015

China oder USA? Wer gewinnt bei einer Japanisierung der Weltwirtschaft?

23.10.2015

Understanding low interest rates

29.09.2015

Polarisierung und Politikblockaden in den USA

03.09.2015

Brauchen wir ein neues Geldsystem?

20.08.2015

FVS VERMÖGENSPREISINDEX Q2 2015 Vermögenspreisinflation setzt sich fort

30.07.2015

Eine Wirtschaftsregierung für Europa?

30.07.2015

The Bank of Japan’s unsuccessful fight against deflation

30.07.2015

Wealth prices in Euroland: The North-South Divide

01.07.2015

Folgen für den Bundeshaushalt bei Insolvenz Griechenlands

01.07.2015

Monetary policy made in China

19.06.2015

Das EuGH-Urteil zum OMT-Programm der EZB

19.06.2015

The euro as a foreign currency for Greece

12.06.2015

The Fed between doves and hawks

12.06.2015

The Paradox of Thrift: Lose weight by eating more

29.05.2015

The fruits of Swexit

29.05.2015

Where will Poland go?

29.05.2015

Yanis Varoufakis‘ Buch „Der Globale Minotaurus“

21.05.2015

Bargeldverbot. Die monetäre Planwirtschaft schreitet voran

21.05.2015

The euro: State money without a state

21.05.2015

The mirage of current account adjustment in the Euro-periphery

27.04.2015

Greece’s need of durable rebalancing

27.04.2015

Monetärer Nationalismus

20.04.2015

A Parallel Currency for Greece

27.03.2015

Anmerkungen zum Mandat der Europäischen Zentralbank

02.03.2015

Wer ist für den Niedrigzins am Kreditmarkt verantwortlich?

18.02.2015

Ziele und Wirksamkeit von Wirtschaftssanktionen

08.10.2014

Japanische Zwickmühle

22.09.2014

Zins: tot, mausetot oder nur scheintot?

16.10.2017

The Fed in the changing room

The US Federal Reserve is in a changing room. Three out of seven positions on its Board of Governors are vacant. Moreover, the term of Janet Yellen chairing the Board and thus the Federal Open Market Committee (FOMC) expires on January 31, 2018. President Donald Trump could grasp the opportunity to shape the US monetary policy in the foreseeable future and nominate candidates – both for the Board of Governors and among them for the FOMC-chair – who best suit his policy preferences.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
13.10.2017

Vertrauensverlust durch Bargeldabschaffung

Trotz technischer Innovationen im Zahlungsverkehr steigt die Nachfrage nach Bargeld in fast allen großen Industrienationen und insbesondere in Deutschland. Nach wie vor werden hierzulande die meisten Transaktionen sowohl nach Anzahl als auch nach Umsatz in Bargeld durchgeführt. Dabei dient nur ein Bruchteil der umlaufenden Bargeldmenge als Transaktionskasse. Der Großteil des Geldes wird im In- und Ausland in großer Stückelung gehortet. Das zeigt sich vor allem in Krisenzeiten.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Marius Kleinheyer
06.10.2017

Nachlese zur Bundestagswahl: Der Aufstand der verlassenen Mündel

Der liberale Rechtsstaat mündiger Bürger hat seinen Bewohnern zu vorher nie gekanntem Wohlstand verholfen. Doch der liberale Rechtsstaat kann das Herz nicht wärmen wie der behütende Wohlfahrtsstaat, der sich um seine Angehörigen sorgt wie die Vormundschaftsgewalt um ihre Mündel.

In zwei Legislaturperioden haben „große Koalitionen“ von CDU/CSU und SPD im Verein mit gleichgesinnten Oppositionsparteien den behütenden Wohlfahrtsstaat im Bewusstsein vieler Bürger noch tiefer verankert. Doch sie haben ihre Mündel tief ins Herz getroffen, als sie ihnen Zuwanderer aus fremden Kulturen vorzogen.

Mittelfristig könnte ein links-grün-sozialistisches Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei die verlassenen Mündel mit dem sie behütenden Wohlfahrtsstaat wieder versöhnen. Der dadurch ausgelöste wirtschaftliche Niedergang könnte dem Liberalismus ein viertes Mal die Tür öffnen—oder für immer verschließen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
18.08.2017

Deutsche Sparer unter Zugzwang

Thomas Morus wird die Weisheit zugeschrieben: „Tradition ist nicht das Halten der Asche sondern das Weitergeben der Flamme.“ Vielleicht sollte er der Schutzpatron der deutschen Geldanleger werden.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien zum Anlageverhalten im Niedrigzinsumfeld mit zigtausend Interviews in Deutschland durchgeführt. Zusammen mit den Daten von Bundesbank und Eurostat lässt sich ein klares Lagebild beschreiben. Der deutsche Sparer bevorzugt Geld und geldnahe Anlagen.

Aus finanzsoziologischer Perspektive kann dieses Bild als mangelnde Anpassung an einen neuen Wirtschaftsstil interpretiert werden. Das Wirtschaftssystem in Deutschland befindet sich in einem Epochenwandel. Während das Geldsystem bereits nach der Logik der europäischen Währungsunion funktioniert, deren Ziel Systemstabilität ist, hat sich der Anleger noch nicht vom Wirtschaftsstil der traditionellen sozialen Marktwirtschaft gelöst, in der Kaufkraftstabilität des Geldes Vorrang hatte. Das kommt ihm teuer zu stehen. Um seinen Prinzipien treu zu bleiben, muss der deutsche Anleger einen Paradigmenwechsel nachvollziehen: Weg von nominalen und hin zu realen Anlageinstrumenten. Je unsicherer die Welt wird, desto mehr Unternehmergeist ist gefragt. Die Finanzindustrie steht dabei in der Bringschuld einer vertrauensvollen Unterstützung.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Marius Kleinheyer
14.08.2017

FvS Vermögenspreisindex Q2-2017: Neues Allzeithoch

  • Neuer Rekordwert der Vermögenspreisinflation (+7,7% im Jahresvergleich)
  • Aktien, Betriebsvermögen und Immobilien steigen rasant
  • Vermögende und Ältere sind die Gewinner

Zum Weiterlesen siehe Rubrik "FvS Vermögenspreisindex"

Autor: Philipp Immenkötter
14.07.2017

A plan C for the euro

Against the background of rising anti-European populism, which culminated in the exit of the United Kingdom from the European Union, there is wide-spread agreement among mainstream political forces that a new effort at reviving the idea of European integration is needed. President Macron wants to join forces with Chancellor Merkel to launch a Franco-German initiative to this end. However, any effort at developing the EU further needs to begin with fixing existing structures where they are in disrepair. Apart from migration policy this affects in particular European Monetary Union. There are, broadly speaking, three options available to fix EMU:

Plan A: The continuation of the muddling through in response to upcoming dangers and challenges as it has been pursued since the start of the Euro Crisis in 2010.

Plan B: The institutionalization of the soft budget constraints for public and private entities that have allowed EMU to function so far through the establishment of a “Transfer Union”.

Plan C: The reestablishment of the euro as a common currency in a monetary union with hard budget constraints for public and private entities.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
12.06.2017

Monte dei Paschi is only the tip of the iceberg

After months of negotiations over Monte dei Paschi di Siena (MPS) with its EUR 10.8 billion of (net) bad credits, an agreement “in principle” with the European Commission has been eventually reached. Most importantly, the agreement involves a cap on senior staff pay equal to 10 times the wage of an average MPS employee and compensation of “retail junior bondholders who were mis-sold by converting these bonds into equity and buying those shares from the retail investors”. After the solution of the case of MPS, a deal for other two troubled banks – Banca Popolare di Vicenza and Veneto Banca – is now on the agenda.



Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
15.05.2017

FvS Vermögenspreisindex Q1-2017: Vermögenspreise steigen ungebremst

  • Vermögenspreisinflation auf Rekordjagd
  • Aktien, Betriebsvermögen und Immobilienpreise legen ungebremst zu
  • Junge Haushalte und weniger Vermögende haben das Nachsehen

Zum Weiterlesen siehe Rubrik "FvS Vermögenspreisindex"

Autor: Philipp Immenkötter
12.05.2017

Free and fair US trade?

  • According to the new US administration, the US has the lowest trade barriers and the largest trade deficit in the world. Based on this, it aims at redefining the US trade relationships with the rest of the world to make trade “free and fair” again.
  • In particular, “serial trade offenders”, “currency misalignments” and other “unfair trade practices” of the US trade partners should be identified and countervailing measures be taken.
  • This note shows that, although the average tariff level on US imports of 3.8% is indeed among the lowest worldwide, the US is highly protectionist through the back-door of non-tariff trade barriers.

Ever since the foundation of the World Trade Organization (WTO) in January 1995, the US has played a crucial role in establishing and maintaining a rule-based multilateral trade system, and which has induced new economic opportunities for the US and its trading partners. The ongoing trade liberalization worldwide brought significant expansion of US trade volumes: imports and exports grew, respectively, from USD 158 billion and USD 152 billion in the first quarter of 1992 to USD 712 billion and USD 576 billion in the first quarter of 2017.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
10.05.2017

Asset Prices to Recover in Southern Europe but Italy

Asset prices in the Euro area increased by 2.9% and 2.4% year on year in the third and fourth quarter of 2016, respectively. The trend of falling asset prices in the southern European countries has come to a stop with the exception of Italy. In the northern countries of the Euro zone asset prices continued their upwards trend. The price of assets held by Italian households dropped by more than two percent in Q3 and Q4 in comparison to the same quarters of the previous year. Even though Italian real estate prices have become more stable recently, prices of Italian businesses dropped by more than 15% year on year in each of the last two quarters of 2016. The highest year on year price growth rates were recorded in Germany (+6.0% in Q3) and in the Netherlands (+4.9% in Q4).

Studie zum Download als pdf-Datei Excel Download zur Studie
15.02.2017

FvS Vermögenspreisindex Q4 2016

Zum Ende des Jahres 2016 sind Vermögenspreise um 4,5% im Jahresvergleich angestiegen. Die Verbraucherpreisinflation liegt mit +1,2% im gleichen Zeitraum deutlich dahinter.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Philipp Immenkötter
14.02.2017

Integristen und Identitäre

Anti-Globalisierung und Anti-Kapitalismus auf dem Vormarsch

Populismus ist der neue Trend in der Politik. Was aber ist „Populismus“ und was steckt dahinter? Integristische und identitäre Bewegungen wollen die ausdifferenzierte Gesellschaft durch staatliche Vorgabe spezifischer Ziele zur identitätsbildenden Gemeinschaft transformieren. Letztlich kommt das einem Angriff auf Recht und Freiheit und auf die offene Gesellschaft gleich.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall und Thomas Mayer
14.02.2017

It’s the WACC, stupid!

Central banks have depressed interest rates to lift investment. However, investment has not responded as expected. We show that it is the weighted average costs of capital (WACC) rather than interest rates on debt capital that have a significant influence on investment. But WACC have not moved down in tandem with interest rates, supporting the theorem of the constant cost of capital.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer und Thomas Mayer
06.02.2017

Trump´s protectionist ambitions under the microscope

  • Donald Trump has threatened to impose higher tariffs on imports from China and the NAFTA countries Canada and Mexico. There has also been talk of higher import tariffs across the board.
  • In this paper we find that bilateral trade linkages are relatively small from the point of view of the US. Thus, few – although important – US industries would be hit by higher tariffs on imports from China, Canada, and Mexico.
  • Trade exposure is much higher in the aggregate and a number of industries would be significantly affected by protectionism. This would be particularly the case for machinery and equipment, chemicals and pharmaceuticals, as well as water and air transport services.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
01.12.2016

Italien am Scheideweg

Im Jahr des Brexit-Votums im Vereinigten Königsreich und der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA wird der italienische Volksentscheid über die Reform der Verfassung mit Spannung erwartet. Die Reform könnte zwar die Funktionsweise des politischen und administrativen Apparats verbessern und einen Schritt zur Modernisierung des gelähmten Wirtschaftssystems bringen. Die Möglichkeiten zur Entfaltung positiver Wirkungen vor den Neuwahlen im Frühjahr 2018 sind aber sehr begrenzt. Denn die wichtigen Reformbeschlüsse könnten erst ab der neuen Wahlperiode umgesetzt werden.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Thomas Mayer
01.12.2016

The Disparity of Wealth Prices across the Euro Area - Flossbach von Storch Wealth Price Series

This economic note tracks wealth price changes in the Euro zone for the first and second quarter of 2016. The Flossbach von Storch Wealth Price Series measure price developments of the assets of private households in key euro area countries (Austria, Belgium, Finland, France, Germany, Greece, Italy, Netherlands, Portugal, and Spain). The indices are calculated as weighted averages of price developments of real assets (real estate, business wealth, durable consumer goods as well as collectors’ items) and financial assets (stocks, bonds, cash equivalents and other financial instruments) owned by the households. The appendix provides further information on the methodology as well as the index weights and contains tables of all index values and year-on-year growth rates. Country-specific data on wealth prices can be downloaded from our website.


Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Philipp Immenkötter
25.11.2016

Trump: Pro und Contra

Der gewählte Präsident Donald Trump spaltet die Wählerschaft in den USA und das globale Publikum. Auch wir sind gespalten darüber, ob seine Präsidentschaft mehr Chancen oder Risiken bringen wird. Thomas Mayer sieht das Glas halb voll, Norbert F. Tofall dagegen halb leer.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer & Norbert F. Tofall
25.11.2016

Warum die Volkswirte vor lauter Wald die Bäume nicht sehen

In einem bemerkenswerten Artikel stellt Konrad Hummler die Frage, ob wir den technischen Fortschritt in den üblichen ökonomischen Aggregaten (wie zum Beispiel dem Bruttoinlandsprodukt und dem Konsumentenpreisindex) richtig erfassen. Könnte es nicht sein, dass die Aggregate an dieser Stelle einen blinden Fleck haben? Dann wären sie Irrlichter statt Orientierungspunkte für diejenigen, die mit ihnen wirtschaftspolitische Maßnahmen begründen. Die viel diskutierte These der „säkularen Stagnation“ wäre Fata Morgana statt Realität. Hummler lädt uns ein, darüber nachzudenken. In diesem Essay will ich das tun.


Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
15.11.2016

FvS Vermögenspreisindex Q3-2016: Vermögenspreise auf Jahreshoch

  • Mit +5,8% im Jahresvergleich steht die Vermögenspreisinflation auf dem höchsten Stand 2016.
  • Immobilienpreise legen erneut zu.
  • Finanzvermögen erholt sich.
  • Differenz von Vermögenspreisinflation zu Verbraucher- und Produzentenpreisentwicklung immer größer
Autor: Philipp Immenkötter
09.11.2016

Donald Trump wird Präsident der USA

  • Trump kann: NAFTA kündigen, TPP und TTIP verhindern, Strafzölle gegen China mit der Begründung der Währungsmanipulation erheben und US-Truppen in Bewegung setzen.
  • Trump kann aber nicht im Alleingang: Neue Gesetze erlassen, seine Regierungsmannschaft ohne den Kongreß bestimmen, die Federal Reserve entmachten oder einen Krieg erklären.
  • Trump dürfte deshalb: Begrenzten Schaden in der Handels- und Außenpolitik anrichten und aus Frustration wegen seiner wirtschafts- und innenpolitischen Lähmung die demokratischen Institutionen diskreditieren.
  • Der Markt könnte: Nach einer anfänglichen Schwäche die begrenzten Handlungsmöglichkeiten von Donald Trump erkennen und sich wieder beruhigen.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
28.10.2016

Non-performing loans in the euro periphery were not built in a day

  • Non-performing loans (NPL) in the Southern European countries have continued to grow relative to total loans since the great financial crisis.
  • The bulk of the NPL stock is in the corporate sector, and more specifically, in construction and real estate activities. But difficulties affect also other sectors.
  • Sluggish economic growth, a low rate of innovation, a weak business environment, and the common monetary policy of the ECB are responsible for the weakness of banks.

According to the ECB Banking Supervision’s assessment of the bank stress test from July 2016, there is no reason to worry about the European banking system. In the press release announcing the results of the test, the ECB stated: “The results of EU-wide bank stress tests show that euro area banks improved their resilience and overall supervisory capital expectations will remain broadly stable compared to 2015…”

Markets seem to take a different view. Both asset and bond prices for banks have fallen behind their counterparts in other industries. The EURO Stoxx financials has lost almost 60 points since 2007 compared to -22 points for the EURO Stoxx broad index. Although the bond price index IBoxx Banks gained in value in absolute terms – due to falling interest rates – it stood 14 points below the value for the IBoxx overall index in September 2016.



Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
26.09.2016

Portugal auf der Kippe

Für die Bewertung von Anleihen sind die drei großen Ratingagenturen Standard & Poor‘s, Moody‘s und Fitch maßgeblich. Die kanadische Ratingagentur DBRS spielt keine große Rolle. Die Agentur wurde 1976 gegründet und 2015 von einem Konsortium von „alternativen“ Vermögensverwaltern (z.B. Private Equity und Hedgefonds) unter Führung der Carlyle Group und Warburg Pincus (zweier Private Equity Gesellschaften) übernommen. Wie die anderen Agenturen auch wird DBRS im Allgemeinen im Auftrag der Emittenten von Wertpapieren tätig und von diesen für das Rating bezahlt.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Thomas Mayer
15.09.2016

Data dependency oder market dependency?

Im Dezember 2012 zauberte der damalige Vorsitzende der US-Notenbank, Ben Bernanke, eine neue geldpolitische Wunderwaffe aus dem Hut: die datenabhängige „Forward Guidance“. Die Federal Reserve (Fed) bezeichnet Forward Guidance als Kommunikation über den „wahrscheinlichen zukünftigen Kurs der Geldpolitik“. Eine in die Zukunft gerichtete Aussage soll demnach glaubwürdig vermitteln, dass die Geldpolitik auch in einem Szenario nicht gestrafft werden soll, in dem eine solche Straffung eigentlich zu erwarten wäre. Damit lassen sich in der Theorie nicht nur kurzfristige Zinsen beeinflussen, sondern auch langfristige Renditen drücken, womit die Kreditnachfrage angeregt werden soll.



Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Tobias Schafföner
15.09.2016

Modernisierung in der Volksrepublik China

Seit 2010 sinken die Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts in der Volksrepublik China. Den offiziellen Quellen zufolge lag die BIP-Wachstumsrate im Jahr 2010 noch bei 10,7 % und ist seit Beginn 2016 auf 6,7 % gefallen. Alternative Schätzungen sind deutlich weniger optimistisch. Der China Momentum Indikator von der Fathom Financial Consulting Limited weist ein deutlich schwächeres Wachstum von rund 2,4 % für die erste Hälfte des Jahres 2016 aus.

Die chinesische Staats- und Parteiführung hat auf diese Wachstumsverlangsamung durch die Ankündigung von wirtschaftlichen Strukturreformen reagiert. Der im Frühjahr 2011 veröf­fentlichte 12. Fünfjahresplan der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) proklamierte für den Zeitraum 2011 bis 2015 als oberste Prioritäten erstens die Umschichtung des Wachstums weg von Investitionen und Exporten hin zu einem erhöhten Binnenkonsum als „Neuschlüssel des chinesischen Wachstums“, zweitens die Steigerung des Anteils der Dienstleistungen und den Abbau von Überkapazitäten in der Industrie sowie drittens die Erhöhung des Anteils von alternativen Energiequellen. Und im 13. Fünfjahresplan für die Jahre 2016 bis 2020 wurde präzisiert, dass der wirtschaftliche Strukturwandel hin zur postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft durch technischen Fortschritt umzusetzen sei. Die chinesischen Partei- und Staatsführung erkennt also spätestens seit Frühjahr 2011 offiziell an, dass die chinesische Wirtschaft durch erhebliche Strukturprobleme geprägt ist, welche gelöst werden müssen, um zukünftiges Wachstum zu ermöglichen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Norbert F. Tofall
26.08.2016

Niedrigzinspolitik treibt Aktienrisikoprämien

  • Zentralbanker und ihnen nahestehende Ökonomen machen vor allem die gegenwärtig herrschenden wirtschaftlichen Umstände für den historischen Tiefstand der Zinsen verantwortlich. Wären die Zinsen aufgrund einer „säkularen Stagnation“ der Wirtschaft dauerhaft niedrig, so sollte man erwarten, dass die Aktienanleger dies in den Aktienpreisen eskomptiert hätten.
  • Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Risikoprämien auf Aktienanlagen sind außergewöhnlich hoch, was darauf hindeutet, dass die Anleger die Lage als fragil und daher gefährlich einschätzen.
  • Da es sich die Zentralbanker in den Kopf gesetzt haben, Adam Smiths „unsichtbaren Händen“ des Marktes auf dem Kreditmarkt in den Arm zu fallen und sie lenken zu müssen, wäre es nur konsequent, wenn sie im nächsten Schritt nun auch den Aktienmarkt in den Griff nehmen würden.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
15.08.2016

FvS Vermögenspreisindex Q2-2016: Immobilienpreise auf Rekordhoch

  • Vermögenspreise legen wieder deutlich zu
  • Rekord-Preisanstieg bei Immobilien
  • Finanzvermögen fällt
  • Unterschiede innerhalb der Bevölkerung lassen nach
Autor: Philipp Immenkötter
13.07.2016

Eurobruchstelle Italien

  • Die Einschätzung gewinnt an Gewicht, dass die EWU langfristig nicht überleben wird. Eine gefährliche Bruchstelle für den Euro liegt in den unüberbrückbaren Gegensätzen zwischen Deutschland und Italien.
  • Für Deutschland war und ist die Einhaltung vereinbarter Regeln die grundlegende Bedingung für die Teilnahme an der Währungsunion. Italien ist aber wirtschaftlich und politisch unfähig, sich an die wesentlich von deutschen Vorstellungen geprägten Regeln zu halten.
  • Um den Euro zu erhalten, müsste Deutschland auf feste Regeln für die EWU verzichten und bereit sein, die Geldverfassung den jeweiligen Bedürfnissen in Bedrängnis geratener EWU-Mitglieder anzupassen. Alternativ müsste sich Italien „neu erfinden“ und künftig in der Lage sein, erfolgreich in einem regelbestimmten Euroraum wirtschaften zu können. Weder das eine noch das andere ist wahrscheinlich.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
24.06.2016

Be Leave in Europe? - Doch durch den Brexit geht die Welt nicht unter. Die Zukunft ist offen.

Das britische Volk hat durch Abstimmung am 23. Juni 2016 entschieden, dass Großbritannien aus der Europäischen Union austritt. Die Regelungen der Europäischen Verträge werden jedoch erst dann nicht mehr auf Großbritannien angewendet, wenn ein Austrittsabkommen in Kraft gesetzt worden ist oder wenn zwei Jahre seit der Erklärung des Austritts vergangen sind. Im Einvernehmen mit dem ausgetretenen Land kann der Rat der Staats-und Regierungschefs diese Frist verlängern.

Der Austritt aus der EU wird nicht nur für Großbritannien mit erheblichen wirtschaftlichen und politischen Kosten verbunden sein. Kosten sind aber immer relativ, - auch im jetzigen Brexit. Eine Rezession in Großbritannien mit wachstumsdämpfenden Effekten auf andere EU-Länder ist nun wahrscheinlich. Auch besteht das Risiko, dass Schottland durch ein neues Referendum versuchen wird, die Unabhängigkeit von England zu erlangen, um anschließend der EU beizutreten. In anderen EU-Ländern dürften durch den Brexit die EU-Skeptiker Aufwind bekommen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
09.06.2016

Wealth prices across Euroland on the rise

  • In the fourth quarter of 2015, wealth prices in the Euro area rose by 4.7% from the same quarter of the preceding year. In contrast, consumer prices remained roughly unchanged (+0.2%).
  • The highest wealth price increases were recorded in Germany (+7.8%) and Austria (+7.3%). Greece experienced the strongest wealth prices deflation (‑4.5%).
  • Real estate prices are the most important determinant of wealth price developments. Their changes go from -5.5% in Greece up to +6.1% in Germany.
  • In 2015, the difference in wealth price developments between the northern and southern European countries was less pronounced than in the previous years.
Studie zum Download als pdf-Datei Excel Download zur Studie Autor: Philipp Immenkötter
07.06.2016

The New Fragile

  • We are living in a fragile interim period between the Great Financial Crisis and another crisis that is likely to be no less (and may possibly be even more) severe.
  • As there is no sign that policy authorities recognize the dangers of the fragile environment they have created, we need to assume that they will continue on their present course until the fragile system breaks again.
  • This note argues for the creation of robustness in asset selection and portfolio construction to survive in this difficult environment.

The recovery from the “Great Recession” of 2008-09 triggered by the “Great Financial Crisis”, which culminated in the collapse of Lehman Brothers, has been dubbed the “New Normal” or, more recently, the “New Mediocre”. These terms have been used to capture the abnormally low growth and inflation that have characterized the recovery for the last eight years. But they are misleading as they imply that the economy moved to a new equilibrium after the recession, albeit at lower rates for both economic growth and inflation, and that financial stability was restored. In my view, neither the first nor the second suggestion is true.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
20.05.2016

FvS Vermögenspreisindex Q1-2016: Immobilienpreise steigen, Finanzwerte fallen

  • Vermögenspreisinflation so niedrig wie lange nicht mehr
  • Immobilien verteuern sich, Aktien- und Anleihekurse fallen
  • Junge Menschen profitieren weniger von Vermögenspreisinflation
  • Divergenz innerhalb der Bevölkerung lässt nach
Autor: Philipp Immenkötter
29.04.2016

An Empirical Assessment of Global Capital Productivity

Abstract: Does the world experience a secular decline in capital productivity? Due to the long-run downward trend in interest rates, some economists do think so. However, this reasoning equates capital productivity with interest, which is a critical assumption. This paper presents a new proxy that can be used to estimate capital productivity. It is based on weighted average cost of capital (WACC), which are employed by firms in their investment appraisals as a benchmark return. The paper uses an original WACC data set for many OECD countries and for the time period 2000-2015. Data are adjusted for tax distortions and expected inflation. The principle finding is that the data do not indicate a long-run decline in capital productivity.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Julia Knolle & Kai Lehmann
18.04.2016

Three fallacies on money and inflation

  • Our understanding of the relationship between money and inflation seems to go around in circles because of three fallacies.
  • First fallacy: Central banks control money supply.
  • Second fallacy: More money raises the price level.
  • Third fallacy: Central banks can control inflation.
  • What is to be done? The advice is as simple as it is radical and without a chance of being heeded: End the private-public partnership of money production and stop targeting meaningless consumer price indices.

Our understanding of the relationship between money and inflation seems to go around in circles. In the 1960s and 1970s, economists in general and central bankers in particular paid little attention to money. This changed in the 1980s, when money was seen as the key driver for inflation. Today, we seem to have returned to the view that money does not matter (or at least not very much). In my view, the ambiguity on money is related to conventional economics’ lack of understanding of the creation of money. Conventional economics treats money like a good: its exchange value declines when there is more of it. But in reality, money is a liability created by the extension of credit, and its relationship to goods prices is highly complex.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
18.04.2016

Vermögenspreisinflation und die Entwicklung des Vermögens deutscher Haushalte

Ein Vergleich der PHF-Studie der Deutschen Bundesbank mit dem Flossbach von Storch Vermögenspreisindex

  • Die Bundesbankstudie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF) dokumentiert ein nominales Wachstum des Vermögens deutscher Haushalte von 8,1 % im Zeitraum 2010 bis 2014.
  • Vermögenspreise gemessen am Flossbach von Storch Vermögenspreisindex haben im gleichen Zeitraum um 18,5 % zugelegt.
  • Die Differenz der Wachstumsraten ist neben qualitativen Veränderungen auch auf Unterschiede in der Erhebungsmethodik, auf die Beobachtbarkeit von Marktpreisen für private Haushalte sowie Veränderungen im Bestand zurückzuführen. Aussagen über eine reale Veränderung des Vermögens deutscher Haushalte lassen sich daher aus der Differenz nicht ableiten.

Den jüngsten Ergebnissen der Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“ (PHF) der Deutschen Bundesbank ist zu entnehmen, dass das Vermögen deutscher Haushalte im Zeitraum 2010 bis 2014 um 8,1 % gestiegen ist. Die nominale Bilanz des durchschnittlichen deutschen Haushalts hat sich in dem Zeitraum sowohl ausgeweitet als auch in seiner Zusammensetzung geändert. Beispielsweise hat sich der Bestand an Immobilienvermögen im Besitzt des durchschnittlichen deutschen Haushalts um 5,6 % erhöht, das Betriebsvermögen ist um 21,9 % angestiegen und der Wert des Aktienvermögens hat um 27,5 % zugenommen.

Diesen Ergebnissen steht eine Preisentwicklung der Vermögensgüter gegenüber, welche sich deutlich von der beobachteten Veränderung des Bestands absetzt. Im gleichen Zeitraum beträgt die Vermögenspreisinflation für den durchschnittlichen deutschen Haushalt 18,5 %. Immobilienpreise sind um 16,5 % angestiegen, Preise für Betriebsvermögen sogar um 50,3 % und Aktienpreise haben um 35,0 % zugelegt.




Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Philipp Immenkötter
16.03.2016

From Zirp, Nirp, QE, and helicopter money to a better monetary system

  • The idea of helicopter money is to avoid the problems associated with money creation by private banks and distribute money directly to the people.
  • Helicopter money can be created by the central bank paying reserve money into banks’ accounts with the instruction to banks to create book money against it.
  • Helicopter money would allow debt reduction and raise aggregate demand.
  • Helicopter money would facilitate the change-over from our present credit money system to an alternative money system, in which money is no longer created as private debt but as an asset backed by the reputation of the issuer. Crypto money technology would be well suited for the creation of and payments with reputation money.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
16.03.2016

China's fight against economic gravity

  • Foreign reserves in China have been falling since mid-2014, as capital has been flowing out of China in excess of net revenues from the current account surplus.
  • The loss of reserves was driven by lower economic growth and – as a response – the easing of monetary policy by the People’s Bank of China. If foreign reserves continue to fall, China’s immediate response is likely to be a tightening of capital controls.
  • However, history shows that capital controls are a blunt instrument in a developed economy. Given the state of development of China’s economy, the government will eventually have to let the exchange rate adjust.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
24.02.2016

Bankenkrise 2.0

  • Wenn die Wirtschaft hustet, dann haben die Banken eine Lungenentzündung. Das war die Botschaft der Märkte zum Jahresanfang 2016, als Rezessionsängste zum Einbruch der Bankaktien führten.
  • Die Botschaft sollte ein Weckruf dafür sein, unser Bankensystem zu ändern. Damit einher würde eine Änderung unserer Geldordnung gehen.
  • Im Euroraum wird man eine Geldreform jedoch kaum freiwillig ins Auge fassen. Aber sie könnte durch die nächste Rezession herbeigeführt werden.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
22.02.2016

Das Rekordjahr der Vermögenspreise

  • Vermögenspreise steigen so kräftig wie nie
    Im Jahr 2015 fiel die Vermögenspreisinflation mit +7,8 % so hoch aus wie nie zuvor. Obwohl die Preise des Finanzvermögens stagnierten (+0,7 %), trieb der Preisanstieg bei Sachwerten (+9,5 %) die Vermögenspreisinflation auf ein neues Rekordhoch.
  • Rally am Immobilienmarkt hält an
    Immobilien, die größte Vermögensposition deutscher Haushalte, verteuerten sich in 2015 um 5,9 %, ein Rekord für diese Kategorie. Am kräftigsten legten die Preise von Betriebsvermögen (+24,5 %) zu, gefolgt von den Sammel- und Spekulationsgütern (+15,4 %). Die Aktienkurse kletterten im Schnitt 5,8 %; Rentenwerte dagegen verloren im Vergleich zum Vorjahr 2,2 %.
  • Wohlhabende Haushalte profitieren überproportional von Preisentwicklung
    Die wohlhabendsten deutschen Haushalte verzeichneten 2015 den größten Preisanstieg ihrer Vermögenswerte (+10,4 %) seit 2007. Bei deutlich ärmeren Haushalten fiel das Plus deutlich geringer aus (2,5 %).
  • Lücke zwischen Verbraucher- und Vermögenspreisinflation immer größer
    Stagnierenden Verbraucherpreise und fallende Produzentenpreise haben dazu geführt, dass der Abstand zur Vermögenspreisinflation 2015 auf ein neues Rekordniveau gestiegen ist.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Philipp Immenkötter
17.02.2016

Credit booms and the “productivity puzzle”

  • Low productivity growth has confused both policymakers and economists. In this paper, we argue that the credit cycle can help explain the so-called “productivity puzzle”.
  • In phases with loose credit conditions, investment of lower quality is financed. This slows aggregate productivity growth. The opposite happens when credit conditions tighten.
  • We show evidence for a sample of euro area countries that resources were misallocated during the recent credit boom. Activity shifted from the more productive manufacturing sector towards less productive construction and real estate sectors.

George Osborn, the British Chancellor of the Exchequer has called raising productivity “the challenge of our lifetime”.[1] But why has productivity growth slowed so much? Monetary policy and the credit cycle may offer an answer.Central banks intervene in money markets and manipulate the conditions for credit creation by the banks. This leads to credit boom-bust cycles which trigger real business cycles, as described by Wicksell, von Mises and von Hayek.[2]



Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
14.12.2015

M&A waves, capital investment and Tobin’s q

  • Corporate mergers and acquisitions (M&A) are reaching an all-time high this year, with US-based transactions as always on the top.
  • According to the neoclassical view, M&A waves occur as a result of shocks hitting specific sectors or the economy at large. Behavioral explanations see well-informed managers taking advantage of overvalued asset prices as a justification for M&A cycles. This paper argues that both approaches do not fully explain recent developments.
  • Evidence for the US, based on a vector autoregressive model and Granger causality tests, shows that Tobin’s q ratio drives M&A waves but fails to explain investment spending. At times of relatively high q ratios, a growing number of firms favors purchasing other firms over investing, and this creates a merger wave.

The appetite for dealmaking has been in the air. Although the number of deals this year is below the 2007 high, the nominal value of mergers and acquisitions (M&A) is reaching an all-time high, driven by numerous megadeals. Between January and November this year, the global M&A transactions amounted to USD 4.5 trn, only slightly below the 2007 peak of USD 4.6 trn.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
14.12.2015

Wealth prices in Euroland: North-south divide continues

  • The present note gives an update of our wealth price series for euro area countries until the middle of this year.
  • Wealth price inflation remained substantially higher in the northern than in the southern countries of the euro area. While prices rose by 4.7% and 4.0% in the first and second quarter, respectively, in the northern countries, they rose by only 0.7% and 2.3% in the southern countries.
  • Hence, our earlier conclusion of a north-south divide in wealth price developments remains valid. However, wealth price divergence between north and south eased somewhat during the first half of 2015.

Earlier this year we introduced a set of wealth price indices for the euro area to complement our wealth price index series for Germany. Previously we commented on developments ending in the fourth quarter of 2014. The present note gives an update of developments until the middle of this year. Our previous conclusion of a north-south divide in wealth price developments remains valid. However, wealth prices divergence eased somewhat during the first half of 2015.



Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Philipp Immenkötter & Thomas Mayer
07.12.2015

ECB signals and market reactions

  • ECB officials have taken the view that economic fundamentals and not monetary policy has been responsible for driving long-term interest rates to record lows. In a recent note we contradicted this view and argued that central banks exert a key influence on long-term interest rates.
  • In the present note we provide more evidence of the key role of central banks in the determination of prices in financial markets. Previously, we analyzed interest rate developments in four countries or currency areas over almost 25 years with econometric tools. Now, we discuss intra-day developments in three euro area financial markets on two days.
  • Our conclusion remains the same: Central banks exert a very important influence on market interest rates and through this on financial market prices.

In a recent note („Understanding low interest rates“, Economic Policy Note 23/10/2015) we concluded that central banks exert a key influence on long-term interest rates. Hence, our results contradicted the claim made by ECB chief economist Peter Praet that “the underlying drivers are not so much central bank policies as global and euro area-specific economic factors, some of which are more secular in nature and others which are more associated with the legacy of the post-Lehman financial crisis”. Instead, they supported the view of BIS economist Claudio Borio that “central banks set the nominal short-term rate and influence the nominal long-term rate, through signals of future policy rates and purchases of assets. Market participants adjust their portfolios based on their expectations of central bank policy, their views about the other factors driving long-term rates, their attitude towards risk and various balance sheet constraints.”

In the following, we provide more evidence of the key role of central banks in the determination of prices in financial markets. Previously, we analyzed interest rate developments in four countries or currency areas over almost 25 years with econometric tools. Now, we discuss intra-day developments in three euro area financial markets on two days. Our conclusion remains the same: Central banks exert a very important influence on market interest rates and through this on financial market prices.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Thomas Mayer
03.11.2015

China oder USA? Wer gewinnt bei einer Japanisierung der Weltwirtschaft?

  • Ob USA oder China, Europa oder Japan oder anderswo, überall werden niedrigste Zinsen als Heilmittel für Wachstum und Konjunktur angesehen. Ein Investitionsboom ist aber trotzdem nirgendwo zu erkennen.
  • Die geldpolitisch gesteuerten Geldabwertungen und negative bzw. Nullzinsen haben Anpassungsre­zessionen verhindert. Trotzdem leben wir derzeit nicht im weltwirtschaftlichen Paradies, vielmehr droht die Japanisierung der Weltwirtschaft. Das weltweite Negativsum­men­spiel geht weiter.
  • Meine These lautet: Das Land, das sich als erstes traut, aus der weltweiten geldpolitischen Phalanx auszubrechen, und bereit ist, die Investition einer Anpassungsrezession zu tragen und nachhaltige Strukturreformen zuzulassen, wird als Gewinner aus diesem Negativsum­menspiel hervorgehen.

Weltweit wird versucht, Wirtschaftswachstum durch Nied­rigzin­sen zu generieren. Ob USA oder China, Europa oder Japan oder anderswo, überall werden niedrige Zinsen als Heilmittel für Wachstum und Konjunktur angesehen. Ein Investitionsboom ist aber trotzdem nirgendwo zu erkennen. Überall ist von Investitionsschwä­che die Rede. Obwohl die spezi­fische Lage der genannten welt­wirtschaftlichen Player und vor allem die Lage in China unter­schiedlich ist, könnte eine Japanisierung der Weltwirtschaft mit langer Zeit stagnierendem Wachstum drohen. In Japan hat man dabei ein ganz spezielles Phänomen gesehen: das Auftreten von Zombies – nicht mehr rentablen, eigentlich toten Unternehmen, die nur durch die Billig­geldpolitik künstlich am Leben gehalten werden.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
23.10.2015

Understanding low interest rates

  • The customary neoclassical model of interest rate determination is neither rooted in the institutional set-up of the credit markets nor supported by the data.
  • The Wicksell-Mises-Hayek model of the credit and business cycle offers a much better description of reality. In accordance with this model, we find short-term interest rates to have a strong influence on long-term interest rates and not vice versa, as suggested by the neoclassical model. We also find population ageing not to exert downward pressure on long-term interest rates (and find the opposite effect in half of our sample countries).
  • As central bank policy makers are more likely than market participants to lack the knowledge to push market rates to levels consistent with economic fundamentals, there is a high chance of misalignments of market rates.


In this paper we argue that the customary neo-classical model of interest rate determination, in which long-term market interest rates are determined by the supply of and demand for investable funds, is neither rooted in the institutional set-up of the credit markets nor supported by the data. Instead, we find the Wicksell-Mises-Hayek model of the credit and business cycle to offer a much better description of reality. From this we conclude that central bank policy has guided long-term interest rates to their low level and not vice versa. Other variables, such as the ageing of the population, have not added to the downward pressure on interest rates on their own.


Our findings have three important implications: First, long-term market interest rates are strongly influenced by central banks’ perceptions of reality rather than by the perceptions of market participants. Second, as central bank policy makers are more likely than market participants to lack the knowledge to push market rates to levels consistent with economic fundamentals, there is a high chance of misalignments of market rates. Third, misalignments of market rates can cause severe economic distortions, and their correction severe economic disruptions.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Thomas Mayer
29.09.2015

Polarisierung und Politikblockaden in den USA

  • Polarisierungen entstehen in der modernen Gesellschaft vornehmlich dann, wenn erstens die Ursachen von Problemen und Konflikten nicht auf ungeeignete Vorteils- und Anreizstrukturen zurückgeführt werden, sondern auf die mangelnde Moral von individuellen Akteuren, und wenn zweitens die gesamte Gesellschaft auf gemeinsame Ziele verpflichtet werden soll.
  • Politische Polarisierungen führen in den USA aufgrund des Systems der Checks and Balances in der Regel zu Politikblockaden.
  • Unabhängig vom konkreten Ausgang der Präsidentenwahl 2016 dürfte eine wirtschaftspolitische Wende, die diesen Namen verdient, unwahrscheinlich sein.

Präsident Barack Obama trat 2009 sein Amt mit dem Versprechen an, die parteipolitischen Gräben in den USA aus der polarisierten Ära seines Vorgängers zu überwinden. Nichtsdesto­trotz führten seit 2010 sowohl die Auseinander­setzungen über Obamas Gesundheitsreform als auch der sogenannte Schuldenkrieg zwischen Kongreß und Präsident zu einer weiteren Polari­sie­rung der politischen Auseinandersetzung. Da die Bereiche soziale Sicherheit und Gesund­heit seit den 80er Jahren die größten Treiber der US-Staatsverschuldung darstellen, war eine sich wei­ter steigernde Polarisierung der Politik bereits im Sachzusammenhang angelegt, er­reichte jedoch durch eine sich steigernde Ideo­lo­gisierung und Moralisierung aller Politikbe­reiche eine be­sondere Dynamik. Im us-amerikani­schen politischen System führt eine zu­neh­mende Polari­sierung der politischen Aus­ein­ander­setzung in der Regel aber nicht zu Poli­tik­wenden, sondern zu Politikblockaden.


Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
03.09.2015

Brauchen wir ein neues Geldsystem?

Üblicherweise werden die Gründe für die Finanzkrise von 2007–2008 in Fehlentwicklungen im Finanzsektor und die Gründe für die Eurokrise seit 2010 in der Überschuldung der Eurostaaten gesucht. Die Frage, ob diese Ereignisse nicht möglicherweise auf systemische Fehler in unserer Geldordnung zurückzuführen sind, wird nicht gestellt. Das ist fatal, denn eine mangelhafte Fehlerdiagnose führt unweigerlich zu Wiederholungsfehlern. Im Folgenden werde ich Fehler in unserem Geldsystem aufzeigen, die meines Erachtens für die Finanz- und Eurokrise ursächlich waren. Dabei komme ich zu dem Schluss, dass die Geldschöpfung durch Kreditvergabe der privaten Banken sowohl die Stabilität unseres Wirtschafts- und Finanzsystems als auch die Lebensfähigkeit der Europäischen Währungsunion bedroht. Daher plädiere ich für die Ablösung des Kreditgelds durch »Aktivgeld«, ein virtuelles Mittel zum Tausch und zur Wertaufbewahrung.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
20.08.2015

FVS VERMÖGENSPREISINDEX Q2 2015 Vermögenspreisinflation setzt sich fort

  • Zum Ende der ersten Jahreshälfte 2015 fällt die Vermögenspreisinflation mit +6,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal weiterhin hoch aus. Verbrauchpreise haben sich im gleichen Zeitraum um nur 0,5 % erhöht und Produzentenpreise sind um 1,4 % gefallen.
  • Sammel- und Spekulationsgüter verzeichnen mit +27,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal die höchste Verteuerungsrate. Dahinter folgen das Betriebs- und Aktienvermögen mit +14,2 % bzw. +9,9 %. Langfristige Verbrauchsgüter sowie Rentenwerte verteuern sich mit jeweils 0,4 % am geringsten.
  • Die Vermögenspreise der unteren Mittelschicht steigen nun bereits seit mehreren Jahren lang-samer als die der übrigen Bevölkerungsgruppen. Es kommt dadurch im unteren Bereich der Haushaltsverteilung immer mehr zu einer Divergenz der Vermögenspreise.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Philipp Immenkötter
30.07.2015

Eine Wirtschaftsregierung für Europa?

  • Der Euro als politisches Projekt dient Frankreich und seinem Verbündeten dazu, die Eurozone auf ihre wirtschaftspolitischen Zielvorstellungen zu verpflichten.
  • Dabei widersprechen sowohl die jüngst erneuerten französischen und italienischen Forderungen nach einer europäischen Wirtschaftsregierung als auch Schäubles Ziel einer europaweiten Finanzdisziplin der europäischen Freiheitsidee, die aus der Vielgestaltigkeit Europas hervorgegangen ist.
  • Im Ergebnis könnte der gerade noch mal abgewendete Grexit zum Brexit der auf ihre Unabhängigkeit bedachten Briten führen.

Kaum ist der Grexit nochmal abgewendet worden, fordert der französische Präsident Francois Hollande erneut eine europäische Wirtschaftsregierung. Hollande belegt damit zum wiederholten Male, daß es bei der Griechenlandrettung nicht um die Rettung Griechenlands geht, sondern um die Rettung des Euros als politisches Projekt.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
30.07.2015

The Bank of Japan’s unsuccessful fight against deflation

  • The monetary policy objective of the Bank of Japan (BoJ) is to maintain price stability, with the target of 2 percent of the yearly growth in the consumer price index.
  • For years, Japan has faced on and off deflation and a stagnating economy. Exiting from the “deflationary mind-set” – together with a revival of growth – stays at the center of both Prime Minister Abe’s three-arrow recovery plan and the BoJ’s monetary policy agenda.
  • Success is doubtful. As long as the third “arrow” of structural reforms remains stuck in the quiver, the economy is unlikely to escape from its low-growth-mild-deflation equilibrium.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
30.07.2015

Wealth prices in Euroland: The North-South Divide

  • Our new series of wealth prices for EMU member countries reveal a deep north-south divide within the euro area.
  • Divergent wealth prices reinforce real economic divergence in the euro area and increase the difficulties in designing the common monetary policy.
  • Whether EMU will survive in the long-run will therefore depend to a significant degree on the chances for convergence and divergence of asset prices and economic growth.

Recently, we introduced a wealth price index for Germany. In the present paper, we extend the analysis for Germany to other key euro area countries. Our data reveal a deep north-south divide in wealth price developments. Divergent wealth prices reinforce real economic divergence and increase the difficulties in designing the common monetary policy. Whether EMU will survive in the long-run will therefore depend to a significant degree on the chances for convergence and divergence of asset prices and economic growth. In the following section of this paper, we discuss the conceptual issues for the construction of a wealth price index and review the sources for the price data and wealth composition. Then, we present the results of our exercise. In the final section, we draw some conclusions from our analysis for future economic and policy developments.


Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer & Christopher Thiem
01.07.2015

Folgen für den Bundeshaushalt bei Insolvenz Griechenlands

  • Das deutsche Verlustrisiko beträgt bei einer Insolvenz Griechenlands rund 90 Milliarden Euro. Diese Summe entspricht ca. 30 Prozent des Bundeshaushalts für 2015.
  • Direkt haushaltswirksam werden aber höchstwahrscheinlich nur der deutsche Anteil an den Griechen­land-Hilfsprogrammen I und II, deren Fälligkeiten über 37 Jahre gestreckt sind.
  • Eine Belastung des Bundeshaushalts würde sich ab 2020 ergeben und bis ins Jahr 2057 reichen. Die niedrigste jährliche Belastung beträgt bei einem Totalausfall 0,199 Milliarden Euro (2020), die höchste 3,051 Milliarden Euro (2054). In den Jahren 2049, 2051 und 2052 fällt sogar überhaupt keine Belastung an.

Nach einer Studie des Münchner ifo-Instituts beträgt das deutsche Verlustrisiko bei einer Insolvenz Griechenlands rund 90 Milliarden Euro. Diese enorme Summe entspricht ca. 30 Prozent des geplanten Bundeshaushalts für 2015, der mit 299,1 Milliarden Euro veran­schlagt ist. Daß unsere Bundestagsabgeordne­ten in Berlin trotz dieses drohenden enormen Verlustes nicht in Panik und Aufruhr verfallen, hat einfache Gründe. Denn zum einen wird nur ein Teil dieses Verlustes überhaupt direkt haushaltswirksam. Und zum anderen sind die Teile, die haushaltswirksam werden könnten, durch die Fälligkeitsstruktur von Tilgung und Zinsen über 37 Jahre zeitlich weit gestreckt und verteilt.

Das deutsche Verlustrisiko setzt sich aus dem deutschen Anteil am Griechenland-Hilfspro­gramm I (Gr I) und II (Gr II), den Forderungen aus dem Zahlungsverkehr (Target) und aus der überdurchschnittlich hohen Ausgabe von Bank­noten in Griechenland, aus EZB-Käufen griechischer Staatsanleihen und dem deutschen Anteil an den IWF-Krediten zusammen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
01.07.2015

Monetary policy made in China

  • As the Chinese economy is slowing down, the People’s Bank of China (PBoC) is providing further stimulus.
  • Over the years, the PBoC has acquired substantial authority on its own. But the bank is still far from being a central bank like its western counterparts. It lacks transparency, its monetary policy decisions are influenced by the central government and its policy architecture remains pre-modern.
  • Although monetary policy has worked well in stabilizing the economy in the past, it is doubtful that this will remain so under today’s domestic and international conditions.

China went through a spectacular period of high GDP growth prior to 2008, but economic conditions have worsened substantially more recently, due mainly to a faster-than-expected slowdown of export growth and sluggish real estate investment (Fig. 1 and 2). The world looks to China, as the country has become one of the main sources of global growth. Recent economic weakness comes at a wrong moment for both China and the rest of the world. Against this background, the Chinese authorities try to change the course.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
19.06.2015

Das EuGH-Urteil zum OMT-Programm der EZB

  • Das Bundesverfassungsgericht kommt in seiner Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union vom März 2014 zu diametral entgegengesetzten Beurteilungen wie der EuGH in seinem Urteil C-62/14 vom 16. Juni 2015.
  • Nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichtes sprechen gewichtige Gründe dafür, daß das OMT-Programm der EZB über das Mandat der EZB hinausgeht und gegen das Verbot monetärer Haushaltsfinanzierung verstößt.
  • Nach Auffassung des EuGH ist das im September 2012 angekündigte OMT-Programm hingegen mit dem Unionsrecht vereinbar.

Die Aufgabe eines Gerichts besteht darin, in einem öffentlichen Verfahren zu urteilen, ob ein gegebener Sachverhalt unter eine gegebene Rechtsnorm zu subsumieren ist oder nicht. Jeder Jurastudent lernt jedoch bei seinen ersten Praktika, daß ein Rechtsstreit vor Gericht oftmals nicht ein Streit um die richtige Subsumption eines gegebenen Sachverhalts unter eine gegebene Rechtsnorm ist, sondern daß Staatsanwälte und Rechtsanwälte um die Darstellung des aus ihrer Sicht richtigen Sachverhaltes kämpfen. Auch werden Sachverhalte von verschiedenen Gerichten völlig unterschied­lich beurteilt. Denn die Darstellung der Sache – die Ausformulierung des Sachverhaltes mit ihren unterschiedlichen Aspekten, Betonungen und Auslassungen oder negativ formuliert: die Konstruktion bzw. Dekonstruktion des Sachverhaltes – entscheidet über die Subsumption und das Urteil, solange bei der eigentlichen Subsumption keine Fehler gemacht werden.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
19.06.2015

The euro as a foreign currency for Greece

Key Point

In an earlier note I discussed how a Greek parallel currency to the euro could allow the Greek government to gain some room for manoeuver in fiscal policy while at the same time continuing the adjustment program demanded by the country’s creditors. In this note I explore the question of how the Greek population could still keep the euro after a default of its government.

Contrary to general belief, “Grexit” and the reintroduction of the euro as a foreign currency would probably be positive for the Greek economy. Against this, creditors would be hard hit. It is therefore primarily in their interest that default and Grexit are avoided.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
12.06.2015

The Fed between doves and hawks

  • After several years of a close-to-zero federal funds rate in the US, the Fed has prepared markets for higher interest rates.
  • These efforts were explained with positive expectations for output, inflation and the labor market in 2015-2016. The early optimism was dampened by the harsh reality of weak economic data in the first quarter of 2015. However, May data suggest the weakness may have been temporary.
  • Doubts about the meaning of the data are mirrored in the split inside the Fed between “dovish” and “hawkish” views of FOMC members.
  • The composition of the FOMC is clearly dovish at present. This points to rate increases later rather than sooner and could disappoint consensus expectations for a September hike.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
12.06.2015

The Paradox of Thrift: Lose weight by eating more

  • Keynes’ influence weakened temporarily in the 1980s, increased quietly again for a while thereafter, and had a roaring comeback with the financial crisis. Today, most practical men (and women)—and the odd madman—are the slaves of Keynes.
  • Policy makers are especially drawn to Keynes’ “paradox of thrift”. According to this paradox, it may well be appropriate for individuals to save with a view to raising their incomes in the future. However, if all actors in an economy engage in a competition of saving, aggregate demand drops and everybody is worse off.
  • There is no reason for the defenders of the virtue of saving to despair. Recent developments do not support the case of their adversaries.
  • But even when it is disputed by facts, Keynes’ paradox of thrift is politically very powerful: It promises a diet, with which you lose weight by eating more. How can this possibly be topped?
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
29.05.2015

The fruits of Swexit

  • When the Swiss National Bank scrapped the upper bound for the exchange rate of the Swiss Franc against the euro, the franc immediately surged towards parity against the single European currency and many economists predicted that the Swiss economy would disappear in a black hole.
  • Four months after the event, there is not much evidence that the earlier dire predictions for the Swiss economy are materializing.
  • The exchange rate appreciation undoubtedly exerts downward pressure on the export industry and makes life difficult for the producers of domestic goods competing with imports. At the same time, however, it generates welfare gains for the population at large.
  • As has often happened in the past, the gains from currency appreciation will turn out to be permanent while the losses will be temporary. In Germany, where the trade-weighted real exchange rate recently fell, the opposite is likely to happen: the gains from depreciation will be temporary, the losses permanent.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
29.05.2015

Where will Poland go?

  • The outcome of the Polish presidential election signals a change of direction of the political and possibly economic course in the years to come.
  • The victory of the rightwing candidate could be followed by a radical shift in the general election this autumn, away from the liberal and EU-friendly governing Civic Platform towards socially conservative and eurosceptic Law and Justice, the party behind the new President-elect.
  • Provided the governing party loses the election and the pledge given by the new President during his campaign is fulfilled, the years of economic progress and move to the political center could be put at risk.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
29.05.2015

Yanis Varoufakis‘ Buch „Der Globale Minotaurus“

Der derzeitige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis scheint seinen europäischen Verhand­lungspartnern und den Medien ein Rätsel mit sieben Siegeln zu sein. Während sein unkonventionel­les Auftreten ein gewisses Interesse hervorruft, prallen seine ökonomischen Forderungen und Vorschläge zur Lösung der griechischen Schuldenkrise auf eine Wand von Unverständnis. Unabhängig vom eigenen politischen und ökonomischen Standpunkt zur griechischen Schuldenkrise ist es deshalb sinnvoll, die Motive und wirtschaftspolitischen Grundannahmen zu ergründen, die Yanis Varoufakis antreiben. Nur so besteht die Chance, seine Forderungen nachvollziehen zu können und auf der Grundlage dieses Verständnisses für oder gegen seine Forderungen zu argumentieren.

Im Jahr 2003 hat Varoufakis zusammen mit Joseph Halevi die These veröffentlicht, daß das definierende Merkmal der Weltwirtschaft die Umkehrung der Ströme bei den Handels- und Kapitalüberschüssen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt sei. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte sei es gelungen, daß ein Hegemon, gemeint sind die USA, seine Hegemonie dadurch stärken konnte, daß absichtlich die eigenen Defizite vergrößert wurden, nachdem man die eigene globale Überschußposition verloren hatte.

Nach dem Crash von 2008 hat Varoufakis zur Verdeutlichung dieser These das im populären Ton gehaltene Buch „Der Globale Minotaurus“ geschrieben. In diesem Buch beschreibt er erstens den Globalen Plan von 1944 bis 1971, der zweitens vom Globalen Minotaurus abgelöst wurde, der seiner Funktion drittens 2008 verlustig ging. Viertens sei kein neuer Hegemon in Sicht, auch China nicht, der die Funktion des Überschußrecycling übernehmen könne, die zwischen 1971 und 2008 der Globale Minotaurus erfüllt habe. Auf dieser Grundlage erläutert Varoufakis dann, wie Europa die Schuldenkrise lösen könne. Aber was ist der Globale Plan? Und was ist der Globale Minotaurus?

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
21.05.2015

Bargeldverbot. Die monetäre Planwirtschaft schreitet voran

  • Zur Durchsetzung von negativen Zinsen und Komplettierung der monetären Planwirtschaft, sollen nun auch die verbleibenden Freiräume durch ein Bargeldverbot zerstört werden.
  • Die makroökonomischen Planungen sind jedoch wegen der fehlenden mikroökonomischen Fundierung zum Scheitern verurteilt. Die monetäre Planwirtschaft führt deshalb wie jede Planwirtschaft in die ökonomische Krise.
  • Die Suche nach alternativen Sparformen wird früher oder später viele Menschen zur Suche nach alternativen Zahlungsmitteln jenseits des gesetzlichen Zahlungsmittels führen.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
21.05.2015

The euro: State money without a state

  • For the euro to survive in the form it has assumed during the crisis of European Monetary Union, a proper state with a strong center is needed for support. But the emergence of a European state is not on the political horizon.
  • Without a single European state as its guardian and guarantor, the euro must be reconstituted in a commodity money order, the order originally intended for it in the Maastricht Treaty.
  • If this is not done, the question is not whether but only when EMU will collapse and the euro disappear.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
21.05.2015

The mirage of current account adjustment in the Euro-periphery

  • Ongoing international financial integration and the introduction of the euro significantly improved borrowing conditions in the Euro-periphery countries and boosted their aggregate demand. Much of the growing private and public indebtedness financed net imports of goods and services.
  • Although not all peripheral countries are alike, there is evidence that imports were extensively used for consumption rather than profitable investment purposes. As a consequence, current account deficits prior to the financial crisis were unsustainable. All this raises doubts about the ability to service the accumulated external debt in the future.
  • The few signs of improvement in unit labor costs and productivity after 2010 are misleading. They represent transitory effects rather than long-term trends. Consequently, much effort is still needed to prevent the return of unsustainable current account deficits.
  • The first crucial step should be the write-off of nonperforming loans, whose share in total loans has steadily increased since 2008. This would pave the way for new productive investment. Reemerging current account deficits would be self-correcting, as higher dividends from a larger stock of productive capital would raise national savings in the future.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
27.04.2015

Greece’s need of durable rebalancing

  • The deterioration of the current account in Greece before the debt crisis was largely due to excess demand. Thanks to productivity growth, exports were stable or – in some industrial sectors – even increased.
  • The subsequent decline of the current account deficit was primarily achieved by aggregate demand contraction due to austerity measures. Only more recently, the real exchange rate fell owing to a decline in nominal wages and prices.
  • To support growth, expenditure reducing policies should be supplemented with expenditure switching policies, with the aim to support exports. Generally, this is best achieved through a nominal devaluation. As this is not possible in EMU, introduction of a parallel currency for domestic use might help.
  • To make the gain in competitiveness permanent, the Greek economy needs more investment in productive capacities and new technologies. In order to enable such investment, the business environment must be improved.

The discussion about Greece has intensified in recent months. Greece is running out of time in its search for fresh cash to serve its external debt and to pay wages to public sector employees. However, the high drama should not detract from the fundamental problem of the Greek economy.

In the present paper, we have a closer look at the development of the country’s current account.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer
27.04.2015

Monetärer Nationalismus

  • Staatliche Währungsabwertungen und Abwertungswettläufe sind lediglich andere Formen von Protektionismus und ein Rückfall in merkantilis-tisches Denken. Seit Adam Smith und David Ricardo wissen wir, daß protektionistische Maßnahmen auch dem Land schaden, das zu solchen Maßnahmen greift.
  • Monetärer Nationalismus und Abwertungswettläufe sind nur im heutigen staatlichen Geldmonopol, also bei Annahmezwang des gesetzlichen Zahlungsmittels, möglich.

Die vielen unterschiedlichen Presseverlautbarungen der letzten Wochen über eine mögliche Zinswende in den USA lassen nur einen Schluß zu: Die Fed ist keine Quelle der wirtschaftlichen Stabilität und Sicherheit. Im Gegenteil, sie ist ein Instrument des monetären Nationalismus im Sinne von Friedrich August von Hayek[1]. Die Fed verfolgt nationale Interessen und agiert nach konjunktureller Lage, um gemäß ihres Auftrags Vollbeschäftigung und Preisstabilität zu sichern. In der Praxis ist sie dabei oft von den Sonderinteressen von „Big Government“ und „Big Business“ beeinflußt. Diese Art des Kapitalismus hat weder etwas mit dem moralischen Laissez-faire-Kapitalismus im Sinne von Ayn Rand noch mit sozialer Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard zu tun.

Inwiefern die als unkonventionelle Antwort auf die Finanzkrise von 2007/2008 bezeichneten Maßnahmen der Fed geholfen haben, die Konjunktur in den USA wieder an Gang zu bringen, und daß diese Maßnahmen die Bereinigung der Krise gerade dadurch in die Zukunft verschoben und auf ein höheres Niveau gehoben haben, muß an dieser Stelle nicht vertieft werden. Friedrich August von Hayek sprach von „Brot für heute und Hunger für morgen“, worauf John Maynard Keynes bekanntlich antwortete „In the long run we are all dead“, was man auch als das „Après nous le déluge“ der Marquise de Pompadour bezeichnen kann.

Viel zu wenig wird in den letzten Wochen jedoch darauf hingewiesen, daß die Fed mit ihrer expansiven Geldpolitik und dem Ankauf von Anleihen als erste eine Politik der Währungsabwertung betrieben hat und die USA deshalb auch als erste konjunkturelle Effekte zu verzeichnen hatten.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
20.04.2015

A Parallel Currency for Greece

  • Greece and her creditors seem to be engaged in a game of chicken: Either side expects the other to yield at the last moment before the default of the Greek government. The game will almost certainly end with each side deviating somewhat from its preferred course.
  • In this note, we discuss how a parallel currency could contribute to a resolution of the con-flict. In our view, it could be the least bad option for both sides.

In our existing “fiat” money system, book money is created by private banks through credit extension. The central bank accommo-dates banks’ demand for reserve money and the public’s demand for cash in the form of bank notes. By setting lending rates for re-serve money the central bank indirectly influ-ences banks’ credit rates and through this the growth of credit and money. A fiat money system needs a state that sets the rules for banks and the central bank, and gives demo-cratic legitimacy to the operation of the cen-tral bank.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
27.03.2015

Anmerkungen zum Mandat der Europäischen Zentralbank

  • Das Mandat der EZB wurde auf der Basis einer fehlerhaften Blaupause für die EWU erteilt. Unserer Ansicht nach hat die EZB das Mandat zudem verkürzt und auf problematische Weise ausgelegt.
  • Gegenwärtig hat die EZB Schwierigkeiten, die selbst gesetzten Ziele zu erreichen. Bei der aggressiven Verfolgung dieser Ziele entstehen schädliche wirtschaftliche Nebenwirkungen.
  • Um den Zusammenbruch der EWU aufgrund ihrer Konstruktionsfehler zu verhindern, hat die EZB ihr Mandat erheblich ausgeweitet und hat unserer Einschätzung nach die in ihren Statuten gesetzten Grenzen überschritten.
  • Letzten Endes besteht das Dilemma der EZB darin, dass sie ihr Mandat wegen der Fehler in der Konstruktion der EWU nicht sachgemäß und im Einklang mit den ihr gegebenen Statuten ausüben kann.

Das in ihren Statuten verankerte vorrangige Mandat der EZB ist die Wahrung der Preisstabilität. Wie diese genau definiert ist, lassen die Statuten offen. Aus diesem Grund hat die EZB ihr Mandat selbst präzisiert: Sie strebt auf mittlere Sicht einen Anstieg des harmonisierten Konsumentenpreisindex für die Eurozone von unter, aber nahe an zwei Prozent an. Erreichen will sie dieses Ziel, indem sie die Kreditvergabe des Finanzsektors so steuert, dass die realwirtschaftliche und monetäre Entwicklung den gewünschten Anstieg der Konsumentenpreise hervorbringen. Die Auslegung des Mandats wirft mehrere Fragen auf, unter anderem: (1) Ist es sinnvoll, einen Preisindex für Konsumgüter als Zielvariable zu wählen? (2) Warum bedeutet Preisstabilität steigende Preise? (3) Kann die EZB ihr Ziel erreichen? (4) Hat die Verfolgung des Ziels Nebenwirkungen? (5) Folgt aus dem Mandat die Verpflichtung, alles zu tun, um den Euro zu erhalten? Im Folgenden wollen wir diese Fragen diskutieren. Dabei kommen wir zu dem Schluss, dass die Auslegung des Mandats durch die EZB aus ökonomischer und rechtlicher Sicht problematisch ist.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
02.03.2015

Wer ist für den Niedrigzins am Kreditmarkt verantwortlich?

Auch wenn es eine Ersparnisschwemme geben und die Wirtschaft stagnieren würde, so würde der Kreditzins ohne Manipulation durch die Zentralbanken keineswegs auf oder unter null fallen. Die Konsequenz wäre stattdessen Preisdeflation. Weil diese unser Kreditgeldsystem jedoch zum Einsturz bringen könnte, wird sie von den Zentralbanken mit allen Mitteln bekämpft.

Stellt man Zentralbankern die Frage nach dem Grund für niedrige Zinsen, dann bekommt man die Antwort, dass sie dafür nicht verantwortlich sein könnten. Die Geldpolitik beeinflusse in der Regel ja nur den Geldmarktsatz unter Banken. Auch die bei Zentralbanken in Mode gekommenen Ankäufe für Anleihen seien nur eine Reaktion auf die blutarme Entwicklung der Wirtschaft.

Schon vor der Finanzkrise und weit verbreiteten „quantitativen Lockerung“ der Geldpolitik klagte der damalige Fed-Chef Ben Bernanke über eine „Ersparnisschwemme“, die weltweit die realen Zinsen drücke. In jüngerer Zeit hat der ehemalige US Finanzminister Larry Summers diese These aufgegriffen und erweitert. Seiner Einschätzung nach leidet die Welt seit einigen Jahren an einem hohen Angebot an Ersparnissen und einer Schwäche der Investitionen, der von Bernanke beklagten Ersparnisschwemme. Das führe zur „säkularen Stagnation“ der Wirtschaft, mangelnder Nachfrage nach Krediten, und realen Zinsen, die eigentlich negativ sein müssten. Laut Carl Christian von Weizsäcker liegt der Grund für die angebliche Ersparnisschwemme in der Alterung der Bevölkerung. Seiner Lesart nach ist in unseren alternden Gesellschaften der Wunsch, für den Ruhestand vorzusorgen, größer als die Möglichkeit, die dafür bereitgestellten Ersparnisse rentierlich anzulegen. Die Folge davon seien reale Kreditzinsen im negativen Bereich.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
18.02.2015

Ziele und Wirksamkeit von Wirtschaftssanktionen

Nach dem Untergang der französischen Flotte am 21. Oktober 1805 bei Trafalgar versuchte Napoleon seinen Konkurrenten Großbritannien durch Handelsbeschränkungen in die Knie zu zwingen. Mit seinem Berliner Dekret vom 21. November 1806 antwortet Napoleon auf das „Britannia, rule the waves!“ und erlässt die Kontinentalsperre. Alle Häfen im französischen Einfluss- und Machtbereich werden für britische Schiffe gesperrt und der Handel zwischen dem Kontinent und Großbritannien wird untersagt. Britisches Eigentum und Handelswaren werden beschlagnahmt. Jeglicher Briefverkehr mit Großbritannien ist verboten. Nach dem Frieden von Tilsit 1807 schließt sich sogar Russland der Kontinentalsperre an. Nachdem Napoleon Mitte 1807 französische Piraten legitimiert, britische Schiffe zu kapern, blockiert Großbritannien ab November 1807 alle Häfen von Frankreich und seinen Verbündeten. Alle Schiffe aus neutralen Ländern oder aus Übersee mit Ziel auf kontinentale Häfen müssen den Briten einen Schutzzoll in Höhe von 25 % der geladenen Waren entrichten und darüber hinaus britische Waren für den Schmuggel an Bord nehmen. Als Reaktion darauf verbietet Napoleon allen Schiffen, die zuvor in Großbritannien waren, das Einlaufen in kontinentale Häfen. Als sich Napoleon 1810 gezwungen sieht, französischen Händlern einen limitierten und mit Lizenzgebühren belasteten Handel mit Großbritannien wieder zu erlauben, schert Russland 1811 aus der Kontinentalsperre aus,was Napoleon dann seinerseits zum Anlass nimmt, 1812 in Russland einzumarschieren. Wie die Geschichte ausgeht, ist bekannt.

Aber waren die napoleonischen Wirtschaftssanktionen gegen Großbritannien erfolgreich?

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Norbert F. Tofall
08.10.2014

Japanische Zwickmühle

Lange Zeit galt Japan als wirtschaftlicher Sonderfall, der allenfalls Experten mit einem Faible für das Studium von Finanzblasen interessierte. Spätestens seit der globalen Finanzkrise ist dies anders. Heutzutage sieht man in Japans Erfahrungen mit der „Blasenökonomie“ der achtziger Jahre und ihren Folgen ein abschreckendes Beispiel für den Umgang mit den Nachwirkungen der Finanzkrise.

Mit der Popularisierung der „Japanologie“ sind jedoch Legenden entstanden, die nicht nur als Erklärung für die wirtschaftlichen Probleme Japans untauglich sind, sondern auch von dem eigentlichen Problem ablenken. Japan steckt in der Zwickmühle: Einerseits will die Regierung Abe mit Unterstützung der Bank von Japan die Deflation überwinden. Dadurch soll das nominale Wachstum gestärkt werden, so dass die Schuldenquote zurückgeht. Andererseits hilft die milde Deflation, die Schuldenlast überhaupt tragbar zu machen. Denn ohne die Rückendeckung der Bank von Japan als Kreditgeber der letzten Instanz wäre der Staat schon längst in eine Insolvenzkrise gefallen. Die Rückendeckung der Notenbank ist aber nur wirksam, wenn das Vertrauen in die Kaufkraft des Geldes erhalten bleibt. Dafür ist eine milde Deflation der beste Garant.

Höheres reales Wachstum der Wirtschaft ließe im Prinzip ein Entkommen aus der Schuldenfalle zu. Jedoch kommt die Regierung nur stockend mit Strukturreformen voran, und es ist nicht klar, wann und in welchem Maß die Reformen das Wachstum stärken. Am Ende der Entwicklung dürfte daher ein zumindest partieller Staatsbankrott stehen. Historisch betrachtet kann man zwei Arten des Staatsbankrotts unterscheiden: Im ersten Fall entschuldet sich der Staat über eine Vermögensabgabe oder einen Schuldenschnitt. Im zweiten Fall erzeugen Staat und Zentralbank hohe Inflation bei niedrigen Zinsen, so dass die Staatsschuld in realen Größen sinkt. Für Japan halten wir eine Kombination der beiden Modelle innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren für wahrscheinlich.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer
22.09.2014

Zins: tot, mausetot oder nur scheintot?

Die lange Dauer tiefer Zinsen geht mit einer im historischen Vergleich schwachen Entwicklung der Wirtschaft nach der Rezession von 2008 bis 2009 einher. Die Schwäche der Wirtschaftsentwicklung nach der Rezession hat verschiedene Erklärungen hervorgebracht.

Erstens wird darauf verwiesen, dass die konjunkturelle Erholung nach einer durch eine Finanzkrise ausgelösten Rezession länger auf sich warten lässt als nach einer Rezession, für die der Finanzsektor nicht ursächlich war. Nach dieser Lesart kann eine die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stimulierende Geld- und Fiskalpolitik die Rezession mildern und den Aufschwung beschleunigen. Sobald die Politik greift, wird sich das Zinsniveau wieder erholen, wenn auch die Spitzenwerte der frühen achtziger Jahre kaum wieder erreicht werden.

Zweitens wird behauptet, dass nicht konjunkturelle sondern strukturelle Gründe auf der Angebotsseite der Wirtschaft die Ursache für das niedrige Zinsniveau sind. Die Treiber des Wachstums, technischer Fortschritt und unternehmerische Dynamik, seien schwächer geworden und der Gegenwind, in Form der Alterung der Bevölkerung und größeren Ungleichheit in der Verteilung der Einkommen, habe sich verstärkt. Da das Wachstum auf unabsehbare Zeit niedrig bleibe, könne auch der Zins nicht steigen.

Drittens wird ein überdimensioniertes Angebot an Sparkapital, beispielsweise zur Altersvorsorge, verbunden mit einem Rückgang der Nachfrage nach Investitionskapital für den Druck auf die Zinsen verantwortlich gemacht. Da der nominale Zins nicht unter null fallen könne und ein angemessener Rückgang des Realzinses durch die niedrige Inflation verhindert werde, mangele es an gesamtwirtschaftlicher Nachfrage. Nur eine erhöhte Verschuldung des Staates könne verhindern, dass die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben und deswegen unrentable Projekte finanziert würden.

Viertens wird der Rückgang der Kapitalmarktzinsen mit der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken erklärt. Mit dieser Politik hätten die Zentralbanken zwar einen Absturz der Wirtschaft in die Depression verhindert. Der Preis dafür sei aber die Abhängigkeit der Wirtschaft von niedrigen Zinsen und die Konservierung langfristig nicht lebensfähiger wirtschaftlicher Strukturen.

Im Folgenden diskutieren wir die verschiedenen Erklärungsansätze und die Folgen für die Märkte für Vermögenswerte. Unsere Antwort auf die Titelfrage ist: scheintot. Die Zentralbanken werden die Zinsen wahrscheinlich weiterhin niedrig halten. Allerdings dürfte ein niedriges Zinsniveau von erhöhter Zinsvolatilität begleitet sein, die sich aus der Wechselwirkung von konjunktureller Entwicklung und Reaktion der Zentralbanken ergibt. Im Trend dürfte die Bewertung von realen Vermögenswerten hoch bleiben, aber dies dürfte mit Preisschwankungen einhergehen. Auf den Anleihemärkten dürften die Risiken die Chancen überwiegen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer

Aktueller Kommentar

16.10.2017

Wohin gehst du, China?

06.10.2017

Sezession in der Europäischen Union

25.09.2017

Deutschland hat einen neuen Bundestag gewählt

15.09.2017

So wie früher, so auch heute...

01.09.2017

Europäische Zentralisierungsmanie

18.08.2017

Der EuGH, die EZB und Italien

11.08.2017

Neue US-Sanktionen gegen Russland

27.07.2017

Thank God there is labor market slack!

21.07.2017

No Way out? Really? Oder gibt es doch einen Weg zurück zur Normalität?

07.07.2017

Ungleichheit und Wirtschaftswachstum?

27.06.2017

What does from the Fed’s balance sheet normalization follow?

23.06.2017

Kampf gegen Ungleichheit oder gegen Armut?

02.06.2017

Führt Veränderung um jeden Preis zur Veränderung?

08.05.2017

Emmanuel Macron ist Präsident Frankreichs

21.04.2017

Erdogan als geopolitisches Problem

07.04.2017

Was folgt nach den Wahlen in Frankreich?

16.03.2017

Die Niederlande haben gewählt

10.03.2017

Rot-Rot-Grün auf Bundesebene?

17.02.2017

Ein EU-Referendum in Frankreich?

14.02.2017

Integristen und Identitäre

09.12.2016

Was ist Populismus?

25.11.2016

Trump Pro und Contra

09.11.2016

Donald Trump wird Präsident der USA

28.10.2016

Worauf zielt die russische Außenpolitik?

30.09.2016

Wachstumsschwäche des Welthandels

16.09.2016

Was folgt nach den US-Präsidentenwahlen?

02.09.2016

Macht- und Rechenspiele

19.08.2016

Was will Recep Tayyip Erdogan?

05.08.2016

Freiheitsschutz durch Kapitalverkehrskontrollen?

15.07.2016

Bankenkonkurse zulassen

01.07.2016

Europa und die Europäische Union

24.06.2016

Be Leave in Europe?

10.06.2016

Änderung der deutschen Parteienlandschaft

20.05.2016

Unsicherheiten im kommenden Juni

06.05.2016

Welthandel und freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat

22.04.2016

Wachstumsschwäche durch Wachstumsförderung

18.04.2016

Was wäre eine gerechte Erbschaftssteuer?

08.04.2016

Die EU-Krise spitzt sich zu

18.03.2016

Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Landtagswahlen und EU

04.03.2016

Donald Trump – der Clodius Pulcher der USA

19.02.2016

Was will Bernie Sanders?

05.02.2016

Polarisierung durch Problemverschleppung

22.01.2016

Davos als ein Problem dieser Welt

08.01.2016

Tanz auf dem Vulkan