23.04.2018

Wenig Aktien aber große Sorgen - Deutsche Anleger sollten umdenken

20.04.2018

German Angst - Wie Verlustangst die Vermögensbildung behindert

13.04.2018

Wie sich Geschichten verbreiten und Preise beeinflussen - Narrative Economics am Beispiel des Bitcoin

08.03.2018

Smart beta ETFs – Euphemism par excellence

08.03.2018

Smart Beta ETFs – Euphemismus par excellence

09.02.2018

Die Bitcoin-Wette

09.02.2018

Investieren nach Kalender

15.12.2017

Aktien für alle!

21.09.2017

Abseits des Zufalls

12.06.2017

Exchange Traded Funds (ETFs): Hyperactive rather than passive

12.06.2017

Exchange Traded Funds (ETFs): Hyperaktiv statt passiv

13.07.2016

Gefährliches Understatement

11.05.2016

Wenn Negativzinsen und Helikoptergeld die deutschen Sparer erreichen

12.10.2015

Die "neue" Normalität für den Anleger

01.07.2015

Underpromise and Overdeliver

05.01.2015

Eine Aktiv-Passiv Strategie für den Privatanleger

23.04.2018

Wenig Aktien aber große Sorgen - Deutsche Anleger sollten umdenken

Das Ergebnis zeigt, dass die Deutschen insgesamt sorgenvoll in die Zukunft schauen. 76 Prozent der Befragten gaben an, dass man sich über die Zukunft Sorgen machen muss. 71 Prozent bestätigen, dass sie sich Sorgen um ihre finanzielle Absicherung im Alter machen.

Besonders hoch ist das Sorgenniveau bei Arbeitern und Angestellten. Beamte haben erwartungsgemäß weniger Sorge vor der finanziellen Absicherung im Alter. Auch das Alter hat einen wichtigen Einfluss auf die Zukunftssorgen. So zeigt sich mit zunehmendem Alter ein zunehmendes Sorgenniveau. Erst im ganz hohen Alter lassen die Sorgen um die Zukunft wieder etwas nach.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Marius Kleinheyer
20.04.2018

German Angst - Wie Verlustangst die Vermögensbildung behindert

In unserer satten Gesellschaft geht die Angst vor Verlust um. Eine Studie des DIW hat auf Grundlage des sozio-ökonomischen Panels die Entwicklung der Statusverunsicherung in Deutschland zwischen 1984 und 2014 gemessen. Die Autoren argumentieren, dass die Sorge vor Statusverlust hauptsächlich auf beruflichen Misserfolg zurückgeht. Die affektive Einschätzung, ob der gegenwärtige Arbeitsplatz gefährdet ist, wird als Annäherungswert für die Sorge vor Statusverlust verwendet.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Marius Kleinheyer
13.04.2018

Wie sich Geschichten verbreiten und Preise beeinflussen - Narrative Economics am Beispiel des Bitcoin

Von der Verhaltensökonomie haben wir gelernt, dass Wirtschaftssubjekte ihre Erwartungen nicht im Sinne der Rational Expectations Theory, also unter Einbeziehung aller verfügbaren Information und unter vollständiger Kenntnis der ökonomischen Zusammenhänge, bilden. Vielmehr lassen sie sich durch „Bauchgefühle“ leiten. Dazu gehören selektive und subjektive Wahrnehmung von Fakten, heuristische Analyse und Herdentrieb. Aus der Annahme rationaler Erwartungen folgt die Behauptung der Existenz effizienter Finanzmärkte. Was aber folgt für die Märkte aus der Einsicht, dass sich Marktteilnehmer stärker von Bauchgefühlen leiten lassen? Robert Shiller hat darauf eine bemerkenswerte Antwort gegeben: Märkte können von „Erzählungen“ (Narrativen) beeinflusst werden. In diesem Papier untersuchen wir am Beispiel Bitcoin die Frage, ob Behavioural und Narrative Economics Marktentwicklungen erklärt werden können.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Philipp Immenkötter
08.03.2018

Smart beta ETFs – Euphemism par excellence

Few trends on capital markets have received so much attention as the strong growth of exchange traded funds (ETFs). Within this asset class, the so called smart beta (SB) products enjoy ever growing popularity. Contrary to a classic ETF, which is supposed to faithfully replicate the performance of a market index, the label “smart” suggests that these smart ETFs are able to beat the broad market. This should be achieved through a modified weighting strategy of single portfolio members from the broad index.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer und Kai Lehmann
08.03.2018

Smart Beta ETFs – Euphemismus par excellence

Kaum ein anderer Trend hat am Kapitalmarkt in den letzten Jahren so eine immense Aufmerksamkeit erfahren, wie das starke Wachstum der Exchange Traded Funds (ETFs). Innerhalb dieser Wertpapierklasse erfreuen sich sog. Smart Beta (SB) Lösungen einer zunehmenden Beliebtheit. Anders als bei einem klassischen ETF, bei dem eine möglichst getreue Abbildung der Wertentwicklung eines Marktindex erfolgen soll, suggeriert die Bezeichnung „Smart“, dass diese smarten ETFs den breiten Markt gar schlagen können. Dies soll erreicht werden, indem die einzelnen Portfoliokonstituenten eine andere Gewichtung erfahren als im breiten Index.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer und Kai Lehmann
09.02.2018

Die Bitcoin-Wette

  • Die Wette auf Bitcoin als unser künftiges Geld ist eine schlechte Wette. Auch wer in Zukunft Kryptogeld erwartet, muss damit rechnen, dass sich weder Bitcoin noch eine andere der derzeit existierenden Währungen durchsetzen wird.
  • Wenn es aber keine rationale Begründung für die Entwicklung des Preises von Bitcoin gibt, dann bleibt dafür nur das Herdenverhalten von Spekulanten als Erklärung. Tatsächlich sind die Merkmale eines Spekulationszyklus für die Preisentwicklung von Bitcoin gut zu sehen. Gegenwärtig entweicht Luft aus der Bitcoinblase. Ob sie aber ihrem Ende entgegengeht, oder ein weiteres Mal aufgebläht wird, ist nicht vorherzusagen.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Marius Kleinheyer
09.02.2018

Investieren nach Kalender

  • Informationseffiziente Kapitalmärkte negieren das Auftreten von wiederkehrenden saisonalen Kursmustern. Dennoch haben verschiedene empirische Forschungsarbeiten in der Vergangenheit entsprechende Kalendereffekte identifizieren können.
  • Im Rahmen dieser Studie zeigen wir, dass derartige Kursmuster auf den Aktienmärkten der G7 Staaten mittlerweile weitestgehend verschwunden sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Kapitalmärkte jederzeit streng informationseffizient sind, wie unvermittelt auftretende Kursturbulenzen soeben wieder gezeigt haben.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Kai Lehmann und Philipp Schmid
15.12.2017

Aktien für alle!

In Deutschland fehlt eine nachhaltige Aktienkultur. Ludwig Erhard wollte dieses Ziel mit der Emission von Volksaktien erreichen. Sein Hauptanliegen war die Verbreitung einer Eigentümer-Gesinnung in weiten Teilen der Bevölkerung. Dieses Ziel ist auch heute von herausragender wirtschaftspolitischer Bedeutung. Die Volksaktie ist aber grundsätzlich der falsche Weg. In den frühen Jahren der Bundesrepublik hat sich bereits gezeigt, dass die Aktienkultur nicht gefördert wird, indem unerfahrene Anleger in riskante Anlagen gelockt werden. Stattdessen wird dadurch das langfristige Vertrauen in die Aktienanlage zerstört. Öffentlichkeitswirksame Börsengänge im Zuge von Privatisierungsprozessen sind dabei besonders gefährlich. Werden diese genutzt, um Aktien unter das Volk zu bringen, so werden die zwei wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung einer Aktienkultur zerstört: Der Fokus auf einen langen Anlagehorizont und der Aufbau eines breit diversifizierten Portfolios.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Marius Kleinheyer
21.09.2017

Abseits des Zufalls

Aktiv gemanagte Fonds tun sich oftmals schwer, den breiten Markt langfristig zu schlagen. Identifiziert man jedoch die Fonds mit einer konsistenten Anlagestrategie, so kann man die Erfolgschance, über der Marktrendite langfristig zu liegen, deutlich erhöhen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer und Kai Lehmann
12.06.2017

Exchange Traded Funds (ETFs): Hyperactive rather than passive

Passive investing is now more popular than ever. ETFs became a prominent vehicle for this investment style and have enjoyed a remarkable increase in popularity. There are 4,700 equity-ETFs worldwide by now, which bring together USD 3.4 trillion, and the tendency is growing.

These products obviously possess some desirable features, like low costs, high price transparency, as well as the possibility to map and track different strategies and markets. But they are also used for active trading, which has nothing to do with passive investing.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Kai Lehmann
12.06.2017

Exchange Traded Funds (ETFs): Hyperaktiv statt passiv

Passives Investieren ist heute populärer denn je. Als prominentester Ableger dieses Investmentstils erfreuen sich ETFs immer größerer Beliebtheit. Mittlerweile existieren weltweit ca. 4.700 Aktien-ETFs, die es auf ein Gesamtvolumen von ca. 3,4 Bio. USD bringen, Tendenz weiter steigend.

Und niemand mag ernsthaft bestreiten, dass sich diese Produkte durch einige wünschenswerte Eigenschaften auszeichnen. Hier zu nennen wären geringe Kosten, eine hohe Preistransparenz, die Möglichkeit verschiedenste Strategien und Märkte abbilden zu können sowie nicht zuletzt die jederzeitige Handelbarkeit der Wertpapiere. Während die erstgenannten Charakteristika unzweifelhaft vorteilhaft sind, ist das für das Merkmal der Handelbarkeit weniger klar, denn gegebenenfalls verleitet dieser Umstand Investoren zum Aktionismus, der mit der eigentlichen Idee des passiven Investierens wenig gemein hat.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Kai Lehmann
13.07.2016

Gefährliches Understatement

  • Die Analyse der im abgelaufenen Geschäftsjahr von deutschen Konzernen abgegebenen Managementprognosen bestätigt die Ergebnisse unserer letztjährigen Untersuchung: Unternehmen prognostizierten die kurzfristige Umsatz- und Ergebnisentwicklung auch im Geschäftsjahr 2015 im Durchschnitt zu pessimistisch. Trotz nachlassender gesamtwirtschaftlicher Dynamik wurden Prognosen unterjährig angehoben.
  • Im Durchschnitt der HDAX-Unternehmen lagen die Vorhersagen zur Umsatz- bzw. Ergebnisentwicklung 2,4 % unter den tatsächlich erzielten Werten.
  • Die Ergebnisse lassen auf ein systematisch konservatives Prognoseverhalten zu Beginn des Geschäftsjahres schließen. Dieses Verhalten ist auf kapitalmarktbezogene Anreize der Verantwortlichen zurückzuführen. Manager sind bestrebt, den Kapitalmarkt positiv zu überraschen und fürchten negative Reaktionen, die bei einem Verfehlen der Prognosen drohen. Doch antizipiert der Kapitalmarkt den Prognosepessimismus.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Kai Lehmann
11.05.2016

Wenn Negativzinsen und Helikoptergeld die deutschen Sparer erreichen

  • Begründet mit der Erreichung ihres Inflationsziels hat die Europäische Zentralbank negative Einlagezinsen für Geschäftsbanken eingeführt. Wenn die Geschäftsbanken sich gezwungen sähen, diese Negativzinsen weiterzugeben, könnten auch private Bankkunden mit einer negativen Verzinsung ihrer Ersparnisse konfrontiert werden.
  • Sollte die inflationäre Wirkung der Negativzinsen neben weiteren unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen auch zukünftig ausbleiben, kann es nicht ausgeschlossen werden, dass die EZB selbst Maßnahmen wie Helikoptergeld einsetzt.
  • Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen, dass Negativzinsen zwar relativ ineffizient hinsichtlich der Erzeugung von Konsumentenpreisinflation sind, aber für relevante Vermögensverteilungseffekte sorgen.

In kürzester Zeit wurden Negativzinsen von einem abstrakten Konzept der volkswirtschaftlichen Theorie zum Mainstream der Geldpolitik. Mitte 2014 hat die Europäische Zentralbank (EZB) negative Zinsen auf Zentralbankdepositen der Geschäftsbanken eingeführt. Anfang März 2016 hat sie den Strafzins erneut gesenkt – auf zuletzt -0,4 %. Die EZB will dadurch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken an den realen Sektor beschleunigen, das schwache Wirtschaftswachstum in der Eurozone ankurbeln, um schlussendlich ihr Inflationsziel von „unter, aber nahe zwei Prozent“ zu erreichen.

Die Einführung von Negativzinsen stellt für die theoretischen Ansätze zur Erklärung des Zinses eine nahezu unlösbare Herausforderung dar: Der Zins als Ausdruck der Gegenwartspräferenz hätte ausgedient – weil Zukunftskonsum höher bewertet würde als Konsum in der Gegenwart („Möchten Sie 100 Euro lieber nächste Woche oder heute erhalten?“). Aus Opportunitätskosten werden sinnwidrige Opportunitätserträge. Obwohl negative Zinsen der Logik des ökonomischen Handelns zu widersprechen scheinen, werden sie von der EZB als derzeit notwendig erachtet.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Tobias Schafföner
12.10.2015

Die "neue" Normalität für den Anleger

  • Anleger neigen dazu, Verluste höher zu schätzen als Gewinne im gleichen Umfang, und sie haben oft Schwierigkeiten, realisierte Verluste von unrealisierten zu unterscheiden. Deshalb meiden sie die Preisvolatilität von Anlagen.
  • Anlagestrategien, die speziell auf die Verringerung der Volatilität abzielen, haben in der Vergangenheit selten gehalten, was sie versprochen haben. Im Umfeld extrem niedriger Zinsen und höherer Volatilität von Anleihepreisen ist das Versprechen eines angemessenen Ausgleichs zwischen Volatilität und Ertrag noch schwieriger zu erreichen. Wer heute Volatilität vermeiden will, muss weit mehr als früher bereit sein, auf Ertrag zu verzichten, ja sogar einen absoluten Verlust in Kauf zu nehmen.
  • Doch der Anleger kann sich aus diesem Dilemma befreien, wenn er das wirkliche Anlagerisiko und die Volatilität des Portfoliowerts zu unterscheiden lernt. Anlagerisiko ist die Verfehlung der Anlageziele am Ende des Anlagehorizonts. Wer dies für sich akzeptiert, kann seinen Nutzwert aus der Geldanlage durch eine Kombination von Ertrag, Risiko und Liquidität der Anlagen maximieren.

Anleger neigen dazu, Verluste höher zu schätzen als Gewinne im gleichen Umfang und sie haben oft Schwierigkeiten, realisierte Verluste von unrealisierten zu unterscheiden. Deshalb meiden sie die Preisvolatilität von Anlagen. Die moderne Portfoliotheorie sekundiert ihnen dabei, indem sie Volatilität und Anlagerisiko gleich setzt. Aus diesen Gründen bietet die Finanzindustrie Anlegern immer wieder Strategien und Produkte an, mit deren Hilfe die Volatilität ihrer Portfolios vermindert werden soll. Am einfachsten ist die Empfehlung, ein Portfolio aus Anlageklassen mit geringer oder negativer Preiskorrelation zu konstruieren. Andere, innovative Lösungen zu in der Regel höheren Kosten versprechen eine Verringerung der Volatilität durch „Portfolioversicherung“, „dynamische Assetallokation“, oder Assetallokation nach der „Risikoparität“ der Anlageklassen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Bert Flossbach & Thomas Mayer
01.07.2015

Underpromise and Overdeliver

  • Managementprognosen sind eine essenzielle Informationsquelle beim Kapitalallokationsprozess von Investoren. Der ihnen zugeschriebene hohe Informationsgehalt und die damit einhergehende Entscheidungsnützlichkeit sollten zu einer Verbesserung der Kapitalmarkteffizienz beitragen. Allerdings beeinträchtigen verschiedenartige Anreize eine unverzerrte Weitergabe von prospektiven Informationen des Managements an den Kapitalmarkt. Das Resultat sind konservative Vorhersagen.
  • Die Auswertung von 5.571 Einzelprognosen zur erwarteten Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Untersuchungszeitraum zeigt, dass das Management im Durchschnitt konservative Einschätzungen abgibt. So ist die Mehrzahl (60,5 %) der betrachteten Umsatz- und Ergebnisprognosen der 110 untersuchten deutschen HDAX-Unternehmen im Untersuchungszeitraum 2005 bis 2014 zu pessimistisch.

Managementprognosen sind eine zentrale Informationsquelle für aktuelle und potenzielle Investoren bei der Kapitalallokation. Da ein rationaler Investor die Entscheidung für oder gegen ein Kapitalengagement immer vom unternehmensspezifischen Rendite-/Risikoprofil abhängig macht, ist es für ihn elementar, die Erwartungen des Managements bezüglich der künftigen Unternehmensentwicklung mit in die eigenen Einschätzungen einfließen zu lassen. Doch bestehen für die Unternehmensleitung Anreize, Informationen über die erwartete künf­tige Entwicklung nicht ungefiltert an die Kapitalmarktadressaten zu kommunizieren. Hierzu zählt neben befürchteten Wettbewerbs­nachteilen bei der Preisgabe interner Planungsdaten in erster Linie die Vermeidung ungewünschter Kapitalmarktreaktion bei einem Verfehlen der zuvor geäußerten Prognosen. Das Management ist daher bestrebt, die Kapital­markterwartungen aktiv zu steuern.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Kai Lehmann
05.01.2015

Eine Aktiv-Passiv Strategie für den Privatanleger

Öffnet man heute den Finanzteil einer Zeitung, so findet man dort häufig den Rat, „passiv“ anzulegen. Gemeint ist damit, einem Investmentfonds den Vorzug zu geben, der einen Finanzmarktindex nachbildet. Diese Klasse der Fonds, so wird behauptet, würde mindestens keine schlechteren Renditen erzielen als traditionelle, aktiv verwaltete Investmentfonds. Sie würde aber wesentlich niedrigere Verwaltungsgebühren berechnen und wäre daher den aktiven Fonds nach Kosten deutlich überlegen. Dieser Rat wird durch zahlreiche akademische Studien gestützt, die zeigen, dass aktiv verwaltete Fonds vor Kosten im Schnitt höchstens so gut wie der Markt insgesamt und nach Kosten schlechter als der Markt abschneiden. Neben dem Rat zum passiven Anlegen findet man in den Zeitungen beinahe ebenso häufig den Rat an die Leser, sich bewusst zu machen, dass sie finanzielle Entscheidungen oft nach Bauchgefühl treffen. Entgegen der gängigen ökonomischen Theorie würden sie ihre Erwartungen eben nicht rational unter Einbeziehung aller verfügbaren Informationen und in Kenntnis aller ökonomischen Zusammenhänge treffen.

Vermutlich fällt nur den wenigsten Lesern auf, dass die beiden Aussagen einander widersprechen. Die Aussage, dass „passives“ Anlegen „aktivem“ überlegen sei beruht auf der Einschätzung, dass die Finanzmärkte „effizient“ sind. Alle verfügbaren Informationen sind schon in den Marktpreisen enthalten, so dass ein Anleger zumindest auf legale Weise keinen Informationsvorsprung gegenüber allen anderen erlangen kann. Da man den Markt nicht systematisch schlagen kann, so die Theorie, soll man sich von ihm treiben lassen. Dem steht diametral die Aussage gegenüber, dass sich die Anleger häufig von Bauchgefühlen leiten lassen. Wenn dem so ist, dann enthalten die Marktpreise in der Regel natürlich nicht alle verfügbaren Informationen und sind deshalb nicht immer effizient. Wer also akribisch Informationen sammelt, diese rational auswertet, und seine Bauchgefühle unter Kontrolle hat, sollte den Markt schlagen können. Wie soll sich der Privatanleger angesichts dieser widersprüchlichen Aussagen verhalten? Das ist die Frage, die wir in dieser Studie beantworten wollen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer & Christopher Thiem

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