12.06.2017

Exchange Traded Funds (ETFs): Hyperactive rather than passive

12.06.2017

Exchange Traded Funds (ETFs): Hyperaktiv statt passiv

13.07.2016

Gefährliches Understatement

11.05.2016

Wenn Negativzinsen und Helikoptergeld die deutschen Sparer erreichen

12.10.2015

Die "neue" Normalität für den Anleger

01.07.2015

Underpromise and Overdeliver

05.01.2015

Eine Aktiv-Passiv Strategie für den Privatanleger

12.06.2017

Exchange Traded Funds (ETFs): Hyperactive rather than passive

Passive investing is now more popular than ever. ETFs became a prominent vehicle for this investment style and have enjoyed a remarkable increase in popularity. There are 4,700 equity-ETFs worldwide by now, which bring together USD 3.4 trillion, and the tendency is growing.

These products obviously possess some desirable features, like low costs, high price transparency, as well as the possibility to map and track different strategies and markets. But they are also used for active trading, which has nothing to do with passive investing.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Kai Lehmann
12.06.2017

Exchange Traded Funds (ETFs): Hyperaktiv statt passiv

Passives Investieren ist heute populärer denn je. Als prominentester Ableger dieses Investmentstils erfreuen sich ETFs immer größerer Beliebtheit. Mittlerweile existieren weltweit ca. 4.700 Aktien-ETFs, die es auf ein Gesamtvolumen von ca. 3,4 Bio. USD bringen, Tendenz weiter steigend.

Und niemand mag ernsthaft bestreiten, dass sich diese Produkte durch einige wünschenswerte Eigenschaften auszeichnen. Hier zu nennen wären geringe Kosten, eine hohe Preistransparenz, die Möglichkeit verschiedenste Strategien und Märkte abbilden zu können sowie nicht zuletzt die jederzeitige Handelbarkeit der Wertpapiere. Während die erstgenannten Charakteristika unzweifelhaft vorteilhaft sind, ist das für das Merkmal der Handelbarkeit weniger klar, denn gegebenenfalls verleitet dieser Umstand Investoren zum Aktionismus, der mit der eigentlichen Idee des passiven Investierens wenig gemein hat.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Kai Lehmann
13.07.2016

Gefährliches Understatement

  • Die Analyse der im abgelaufenen Geschäftsjahr von deutschen Konzernen abgegebenen Managementprognosen bestätigt die Ergebnisse unserer letztjährigen Untersuchung: Unternehmen prognostizierten die kurzfristige Umsatz- und Ergebnisentwicklung auch im Geschäftsjahr 2015 im Durchschnitt zu pessimistisch. Trotz nachlassender gesamtwirtschaftlicher Dynamik wurden Prognosen unterjährig angehoben.
  • Im Durchschnitt der HDAX-Unternehmen lagen die Vorhersagen zur Umsatz- bzw. Ergebnisentwicklung 2,4 % unter den tatsächlich erzielten Werten.
  • Die Ergebnisse lassen auf ein systematisch konservatives Prognoseverhalten zu Beginn des Geschäftsjahres schließen. Dieses Verhalten ist auf kapitalmarktbezogene Anreize der Verantwortlichen zurückzuführen. Manager sind bestrebt, den Kapitalmarkt positiv zu überraschen und fürchten negative Reaktionen, die bei einem Verfehlen der Prognosen drohen. Doch antizipiert der Kapitalmarkt den Prognosepessimismus.
Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Kai Lehmann
11.05.2016

Wenn Negativzinsen und Helikoptergeld die deutschen Sparer erreichen

  • Begründet mit der Erreichung ihres Inflationsziels hat die Europäische Zentralbank negative Einlagezinsen für Geschäftsbanken eingeführt. Wenn die Geschäftsbanken sich gezwungen sähen, diese Negativzinsen weiterzugeben, könnten auch private Bankkunden mit einer negativen Verzinsung ihrer Ersparnisse konfrontiert werden.
  • Sollte die inflationäre Wirkung der Negativzinsen neben weiteren unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen auch zukünftig ausbleiben, kann es nicht ausgeschlossen werden, dass die EZB selbst Maßnahmen wie Helikoptergeld einsetzt.
  • Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen, dass Negativzinsen zwar relativ ineffizient hinsichtlich der Erzeugung von Konsumentenpreisinflation sind, aber für relevante Vermögensverteilungseffekte sorgen.

In kürzester Zeit wurden Negativzinsen von einem abstrakten Konzept der volkswirtschaftlichen Theorie zum Mainstream der Geldpolitik. Mitte 2014 hat die Europäische Zentralbank (EZB) negative Zinsen auf Zentralbankdepositen der Geschäftsbanken eingeführt. Anfang März 2016 hat sie den Strafzins erneut gesenkt – auf zuletzt -0,4 %. Die EZB will dadurch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken an den realen Sektor beschleunigen, das schwache Wirtschaftswachstum in der Eurozone ankurbeln, um schlussendlich ihr Inflationsziel von „unter, aber nahe zwei Prozent“ zu erreichen.

Die Einführung von Negativzinsen stellt für die theoretischen Ansätze zur Erklärung des Zinses eine nahezu unlösbare Herausforderung dar: Der Zins als Ausdruck der Gegenwartspräferenz hätte ausgedient – weil Zukunftskonsum höher bewertet würde als Konsum in der Gegenwart („Möchten Sie 100 Euro lieber nächste Woche oder heute erhalten?“). Aus Opportunitätskosten werden sinnwidrige Opportunitätserträge. Obwohl negative Zinsen der Logik des ökonomischen Handelns zu widersprechen scheinen, werden sie von der EZB als derzeit notwendig erachtet.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Agnieszka Gehringer & Tobias Schafföner
12.10.2015

Die "neue" Normalität für den Anleger

  • Anleger neigen dazu, Verluste höher zu schätzen als Gewinne im gleichen Umfang, und sie haben oft Schwierigkeiten, realisierte Verluste von unrealisierten zu unterscheiden. Deshalb meiden sie die Preisvolatilität von Anlagen.
  • Anlagestrategien, die speziell auf die Verringerung der Volatilität abzielen, haben in der Vergangenheit selten gehalten, was sie versprochen haben. Im Umfeld extrem niedriger Zinsen und höherer Volatilität von Anleihepreisen ist das Versprechen eines angemessenen Ausgleichs zwischen Volatilität und Ertrag noch schwieriger zu erreichen. Wer heute Volatilität vermeiden will, muss weit mehr als früher bereit sein, auf Ertrag zu verzichten, ja sogar einen absoluten Verlust in Kauf zu nehmen.
  • Doch der Anleger kann sich aus diesem Dilemma befreien, wenn er das wirkliche Anlagerisiko und die Volatilität des Portfoliowerts zu unterscheiden lernt. Anlagerisiko ist die Verfehlung der Anlageziele am Ende des Anlagehorizonts. Wer dies für sich akzeptiert, kann seinen Nutzwert aus der Geldanlage durch eine Kombination von Ertrag, Risiko und Liquidität der Anlagen maximieren.

Anleger neigen dazu, Verluste höher zu schätzen als Gewinne im gleichen Umfang und sie haben oft Schwierigkeiten, realisierte Verluste von unrealisierten zu unterscheiden. Deshalb meiden sie die Preisvolatilität von Anlagen. Die moderne Portfoliotheorie sekundiert ihnen dabei, indem sie Volatilität und Anlagerisiko gleich setzt. Aus diesen Gründen bietet die Finanzindustrie Anlegern immer wieder Strategien und Produkte an, mit deren Hilfe die Volatilität ihrer Portfolios vermindert werden soll. Am einfachsten ist die Empfehlung, ein Portfolio aus Anlageklassen mit geringer oder negativer Preiskorrelation zu konstruieren. Andere, innovative Lösungen zu in der Regel höheren Kosten versprechen eine Verringerung der Volatilität durch „Portfolioversicherung“, „dynamische Assetallokation“, oder Assetallokation nach der „Risikoparität“ der Anlageklassen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Bert Flossbach & Thomas Mayer
01.07.2015

Underpromise and Overdeliver

  • Managementprognosen sind eine essenzielle Informationsquelle beim Kapitalallokationsprozess von Investoren. Der ihnen zugeschriebene hohe Informationsgehalt und die damit einhergehende Entscheidungsnützlichkeit sollten zu einer Verbesserung der Kapitalmarkteffizienz beitragen. Allerdings beeinträchtigen verschiedenartige Anreize eine unverzerrte Weitergabe von prospektiven Informationen des Managements an den Kapitalmarkt. Das Resultat sind konservative Vorhersagen.
  • Die Auswertung von 5.571 Einzelprognosen zur erwarteten Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Untersuchungszeitraum zeigt, dass das Management im Durchschnitt konservative Einschätzungen abgibt. So ist die Mehrzahl (60,5 %) der betrachteten Umsatz- und Ergebnisprognosen der 110 untersuchten deutschen HDAX-Unternehmen im Untersuchungszeitraum 2005 bis 2014 zu pessimistisch.

Managementprognosen sind eine zentrale Informationsquelle für aktuelle und potenzielle Investoren bei der Kapitalallokation. Da ein rationaler Investor die Entscheidung für oder gegen ein Kapitalengagement immer vom unternehmensspezifischen Rendite-/Risikoprofil abhängig macht, ist es für ihn elementar, die Erwartungen des Managements bezüglich der künftigen Unternehmensentwicklung mit in die eigenen Einschätzungen einfließen zu lassen. Doch bestehen für die Unternehmensleitung Anreize, Informationen über die erwartete künf­tige Entwicklung nicht ungefiltert an die Kapitalmarktadressaten zu kommunizieren. Hierzu zählt neben befürchteten Wettbewerbs­nachteilen bei der Preisgabe interner Planungsdaten in erster Linie die Vermeidung ungewünschter Kapitalmarktreaktion bei einem Verfehlen der zuvor geäußerten Prognosen. Das Management ist daher bestrebt, die Kapital­markterwartungen aktiv zu steuern.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Kai Lehmann
05.01.2015

Eine Aktiv-Passiv Strategie für den Privatanleger

Öffnet man heute den Finanzteil einer Zeitung, so findet man dort häufig den Rat, „passiv“ anzulegen. Gemeint ist damit, einem Investmentfonds den Vorzug zu geben, der einen Finanzmarktindex nachbildet. Diese Klasse der Fonds, so wird behauptet, würde mindestens keine schlechteren Renditen erzielen als traditionelle, aktiv verwaltete Investmentfonds. Sie würde aber wesentlich niedrigere Verwaltungsgebühren berechnen und wäre daher den aktiven Fonds nach Kosten deutlich überlegen. Dieser Rat wird durch zahlreiche akademische Studien gestützt, die zeigen, dass aktiv verwaltete Fonds vor Kosten im Schnitt höchstens so gut wie der Markt insgesamt und nach Kosten schlechter als der Markt abschneiden. Neben dem Rat zum passiven Anlegen findet man in den Zeitungen beinahe ebenso häufig den Rat an die Leser, sich bewusst zu machen, dass sie finanzielle Entscheidungen oft nach Bauchgefühl treffen. Entgegen der gängigen ökonomischen Theorie würden sie ihre Erwartungen eben nicht rational unter Einbeziehung aller verfügbaren Informationen und in Kenntnis aller ökonomischen Zusammenhänge treffen.

Vermutlich fällt nur den wenigsten Lesern auf, dass die beiden Aussagen einander widersprechen. Die Aussage, dass „passives“ Anlegen „aktivem“ überlegen sei beruht auf der Einschätzung, dass die Finanzmärkte „effizient“ sind. Alle verfügbaren Informationen sind schon in den Marktpreisen enthalten, so dass ein Anleger zumindest auf legale Weise keinen Informationsvorsprung gegenüber allen anderen erlangen kann. Da man den Markt nicht systematisch schlagen kann, so die Theorie, soll man sich von ihm treiben lassen. Dem steht diametral die Aussage gegenüber, dass sich die Anleger häufig von Bauchgefühlen leiten lassen. Wenn dem so ist, dann enthalten die Marktpreise in der Regel natürlich nicht alle verfügbaren Informationen und sind deshalb nicht immer effizient. Wer also akribisch Informationen sammelt, diese rational auswertet, und seine Bauchgefühle unter Kontrolle hat, sollte den Markt schlagen können. Wie soll sich der Privatanleger angesichts dieser widersprüchlichen Aussagen verhalten? Das ist die Frage, die wir in dieser Studie beantworten wollen.

Studie zum Download als pdf-Datei Autor: Thomas Mayer & Christopher Thiem

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